The National Times - Prozess gegen 15-Jährigen wegen Mord an Siebenjährigen in Psychiatrie

Prozess gegen 15-Jährigen wegen Mord an Siebenjährigen in Psychiatrie


Prozess gegen 15-Jährigen wegen Mord an Siebenjährigen in Psychiatrie
Prozess gegen 15-Jährigen wegen Mord an Siebenjährigen in Psychiatrie / Foto: © AFP/Archiv

Vor der Jugendkammer des Landgerichts im bayerischen Weiden in der Oberpfalz hat der Prozess gegen einen 15-Jährigen begonnen, der in der Regensburger Kinder- und Jugendpsychiatrie ein sieben Jahre altes Kind getötet sowie einen Lehrer zu töten versucht haben soll. Dem zur Tatzeit 14-Jährigen werden Mord, versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll aufgrund seiner psychiatrischen Erkrankung unter erheblich verminderter Schuldfähgikeit gehandelt haben.

Textgröße ändern:

Für den unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindenden Prozess sind bis Mitte Januar Verhandlungstage angesetzt. Es sollen 30 Zeugen und vier Sachverständige, darunter psychiatrische Gutachter, gehört werden.

Der Angeklagte befand sich wegen einer erheblichen Selbst- und Fremdgefährdung nach einem Beschluss des Amtsgerichts seit Januar 2023 in einer geschlossenen Psychiatrie. Dort soll er unbemerkt den Entschluss gefasst haben, Tötungsfantasien in Form eines Messerangriffs umzusetzen.

Der Jugendliche soll kurz vor der Tat unbemerkt zwei Messer auf das Klinikgelände geschmuggelt haben. Am Tattag, dem 26. Oktober 2023, soll er dann auf dem Klinikgelände zunächst in der Schule für Kranke auf einen dort anwesenden Lehrer unvermittelt und ohne Vorwarnung mehrfach eingestochen haben. Der Mann erlitt schwere Verletzungen.

Danach soll sich der Angeklagte in das nahe Gebäude der Tagesklinik begeben haben. Dort soll er ebenfalls unvermittelt und ohne Vorwarnung mehrfach auf den Oberkörper eines siebenjährigen Kinds eingestochen haben, das an den Verletzungen starb. Als dritter Geschädigte erlitt ein Erzieher und Pfleger, der den Angeklagten entwaffnen wollte, multiple Verletzungen.

Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Jugendstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren. Auch eine isolierte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus kommt laut Gericht in Betracht.

W.Baxter--TNT

Empfohlen

Tennessee: US-Gericht setzt erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren aus

Aufschub in letzter Minute: Ein US-Bundesgericht hat am Mittwoch die Hinrichtung der ersten Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die verurteilte Mörderin Christa Pike sollte per Giftspritze hingerichtet werden.

Ärmelkanal-Unglück mit 31 Toten: Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Knapp fünf Jahre nach einem Bootsunglück auf dem Ärmelkanal mit mindestens 31 Toten hat ein Gericht in Paris am Mittwoch 13 Männer zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Sechs von ihnen wurden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Das bislang größte bekannte Bootsunglück von Migranten auf dem Ärmelkanal sei eine "beispiellose Katastrophe, verursacht von einzelnen, die unter Missachtung von Menschenleben von Geldgier getrieben waren", hieß es in der Urteilsbegründung. Ein weiteres Verfahren gegen sieben französische Soldaten, die im Verdacht unterlassener Hilfeleistung stehen, läuft noch.

Milliardenklage nach abgesagter Übernahme von VW durch Porsche scheitert endgültig

17 Jahre nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist eine Musterklage von Anlegern gegen die Autobauer endgültig gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch das Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das Porsche 2022 Recht gegeben hatte. Es ging in dem Verfahren um die Frage, ob Porsche bei den Informationen für den Kapitalmarkt 2008 verwerflich handelte. (Az. II ZB 21/22)

Mehr als hundert Objekte durchsucht: Bundesweite Razzia in Reinigungsgewerbe

Bei einer großangelegten Razzia im Reinigungsgewerbe sind am Mittwoch mehr als hundert Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in ganz Deutschland durchsucht worden. Dabei wurden zehn Haftbefehle vollstreckt, wie das Hauptzollamt Berlin mitteilte. Außerdem wurde ein Großteil der zuvor angeordneten Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro vollstreckt.

Textgröße ändern: