The National Times - Mindestens 16 Tote durch Hurrikan "Milton" - aber weniger Schäden als befürchtet

Mindestens 16 Tote durch Hurrikan "Milton" - aber weniger Schäden als befürchtet


Mindestens 16 Tote durch Hurrikan "Milton" - aber weniger Schäden als befürchtet
Mindestens 16 Tote durch Hurrikan "Milton" - aber weniger Schäden als befürchtet / Foto: © AFP

Nach dem Durchzug des Hurrikans "Milton" haben die Menschen in Florida am Freitag nach und nach damit begonnen, in ihre teils zerstörten Wohnorte zurückzukehren und sich einen Überblick über die Schäden für ihr Hab und Gut zu verschaffen. Fast 2,5 Millionen Millionen Haushalte und Geschäfte waren noch ohne Strom, einige Gebiete des Sonnenschein-Staates im Südosten der USA standen noch unter Wasser, wie AFP-Reporter berichteten. Mindestens 16 Menschen kamen durch "Milton" ums Leben.

Textgröße ändern:

Die meisten Todesfälle wurden nach Angaben der US-Behörden offenbar nicht durch den "Hurrikan" direkt verursacht, sondern durch die Tornados, die "Milton" ausgelöst hatte, noch bevor er an Floridas Golfküste auf Land getroffen war. "Milton" war in der Nacht zum Donnerstag von West nach Ost über Florida hinweggefegt.

Der Hurrikan riss Bäume und Stromleitungen um, Häuser wurden beschädigt oder zerstört. In der Stadt St. Petersburg deckte der Sturm das Dach eines Stadions ab. In den Tagen zuvor hatte höchste Alarmstufe geherrscht, die Behörden warnten vor einem Jahrhundertsturm mit absolut verheerenden Folgen.

"Der Sturm war erheblich, aber zum Glück ist das schlimmste Szenario nicht eingetreten", sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis. Nach neuen Angaben der Behörden wurden sechs Tote im Bezirk St. Lucie gezählt, vier im Bezirk Volusia, zwei in Pinellas sowie jeweils einer in vier weiteren Bezirken.

"Es war ziemlich beängstigend", sagte Susan Stepp aus Fort Pierce, einer Stadt an Floridas Ostküste, wo vier Bewohner einer Seniorenwohnanlage durch einen Tornado getötet wurden. "Sie haben Tote draußen in einem Baum gefunden", berichtete die 70-Jährige. "Ich wünschte, sie hätten sich in Sicherheit gebracht."

Stepps Ehemann Bill sagte, der Tornado habe sein 22 Tonnen schweres Wohnmobil hochgehoben und durch den Garten geschleudert. Es sei "herzzerreißend" zu sehen, wie viel Schaden entstanden sei und "dass alle Dinge, die man liebt, einfach weg sind", sagte der 72-Jährige. "Aber es sind nur Dinge, und wir sind immer noch hier."

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten am Freitag noch an. Die Küstenwache berichtete von der spektakulären Rettung eines Bootskapitäns, der während des Sturms im Golf von Mexiko Schiffbruch erlitt und sich im Wasser an eine Kühlbox klammerte - und so überlebte. "Dieser Mann hat etwas überlebt, das selbst für den erfahrensten Seemann ein Alptraum-Szenario war", teilte Dana Grady von der Küstenwache mit.

"Milton" war auf der Halbinsel Siesta Key an der Westküste Floridas auf Land getroffen. Der 67-jährige Mark Horner kehrte wie viele andere der rund 5500 Bewohner inzwischen zurück, um sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen. "Es wurde gesagt, dass es besser war als befürchtet - aber wenn man sich die Lage etwas genauer ansieht, dann sieht man, dass es uns wirklich hart getroffen hat", sagte er.

Die 72-jährige Kristin Joyce fotografierte in der Region entwurzelte Bäume und andere Sturmschäden. Der Hurrikan müsse mit Blick auf den Klimawandel "ein ernster Weckruf" für die Menschen in den USA sein, sagte sie.

Eine am Freitag veröffentlichte Schnellanalyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) kam zu dem Ergebnis, dass bedingt durch den Klimawandel die Niederschläge von "Milton" um 20 bis 30 Prozent und die Winde um zehn Prozent heftiger waren.

"Milton" fegte nur zwei Wochen nach dem Sturm "Helene" über Florida hinweg. "Helene" war etwas nördlicher auf Land getroffen und dann durch mehrere Bundesstaaten im Südosten der USA gezogen. Mindestens 237 Menschen kamen durch den Sturm ums Leben, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt oder komplett zerstört, weite Gebiete überschwemmt. "Helene" war nach dem Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 der folgenschwerste Sturm in der Region seit 50 Jahren.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Vor Präsidentenwahl in Brasilien: Polizei untersucht möglichen Sprengsatz vor Oberstem Gericht

Drei Tage vor Beginn der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist vor dem höchsten Gericht des Landes womöglich ein Sprengsatz abgestellt geworden. Die Polizei untersuche den vor dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Brasília abgestellten Rucksack, teilte der Oberste Gerichtshof am Donnerstag (Ortszeit) mit. Nach Angaben der Polizei wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Fehlgeschlagene Hinrichtung von US-Todeskandidatin: Rufe nach Aus für Todesstrafe

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer US-Todeskandidatin dringen Menschenrechtler auf die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Nach Amnesty International erklärte auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag: "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz." Türk forderte Gnade für die verurteilte Mörderin Christa Pike, die zwei Giftspritzen überlebt hatte.

Schülerproteste in Frankreich: Regierung gibt Linkspopulisten Mitschuld

Angesichts der gewaltsamen Schülerproteste hat die französische Regierung der linkpopulistische Partei LFI eine Mitschuld für die Ausschreitungen gegeben. Die Protestbewegung sei "ein organisiertes Manöver der LFI und ihrer linksextremen Verbündeten", erklärte das Amt das Premierministers unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst am Donnerstag. Bis zum Nachmittag war es in zahlreichen Städten zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen; es gab größere Brände und auch Angriffe auf Schulpersonal und Sicherheitskräfte.

Mehr als 13 Jahre Haft wegen Mordes für Narkosearzt in Hessen

Mehr als fünf Jahre nach dem Tod eines Mädchens bei einer Zahnbehandlung hat das Landgericht Frankfurt am Main einen Narkosearzt in einem neuen Prozess zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der 69-Jährige wegen Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er elementare Hygienestandards missachtet hatte.

Textgröße ändern: