The National Times - Nach Angriff auf Nawalny-Vertrauten: Verdächtige können gegen Kaution freikommen

Nach Angriff auf Nawalny-Vertrauten: Verdächtige können gegen Kaution freikommen


Nach Angriff auf Nawalny-Vertrauten: Verdächtige können gegen Kaution freikommen
Nach Angriff auf Nawalny-Vertrauten: Verdächtige können gegen Kaution freikommen / Foto: © AFP

Rund sieben Monaten nach dem Angriff in Litauen auf Leonid Wolkow, einen Vertrauten des verstorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, ist zwei verdächtigten polnischen Staatsbürgern eine Freilassung auf Kaution gewährt worden. Ein Berufungsgericht in Warschau beschloss, dass die Beschuldigten im Falle der Hinterlegung von jeweils 50.0000 Zloty (umgerechnet rund 11.600 Euro) vorläufig auf freien Fuß kommen, wie eine Sprecherin mitteilte.

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Es werde "nicht befürchtet, dass die Verdächtigen flüchten oder untertauchen", hieß es weiter. Die Kaution muss demnach bis zum 16. Oktober gezahlt werden. Ein Anwalt einer der beiden Beschuldigten äußerte sich der Nachrichtenagentur AFP gegenüber zuversichtlich, dass Verwandte und dem Mann nahestehende Menschen den Betrag "baldmöglichst" aufbringen würden.

Der russische Oppositionelle Wolkow war im März, wenige Wochen nach dem Tod Nawalnys, vor seinem Haus in Litauens Hauptstadt Vilnius mehrfach mit einem Hammer attackiert worden. Der 43-Jährige musste kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden. Der litauische Geheimdienst erklärte nach der Attacke, es handele sich vermutlich um einen von Russland organisierten Angriff.

In dem Fall ermittelt die polnische Generalstaatsanwaltschaft nach eigenen Angaben insgesamt gegen acht Menschen - darunter sechs polnische, ein belarussischer und ein russischer Staatsbürger. Als Drahtzieher wird der Russe vermutet, den die Ermittler im September als Anatoli B. bezeichnet hatten.

Der Angriff auf Wolkow führte zu bitterem Streit innerhalb der russischen Opposition: Die von Nawalny gegründete Antikorruptionsstiftung und Wolkow selbst beschuldigten Leonid Newslin, einen früheren Geschäftspartner des Oligarchen und Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski, hinter der Gewalttat zu stecken. Newslin selbst wies die Vorwürfe zurück, auch Chodorkowski nahm ihn in Schutz.

Nawalny, der prominenteste russische Kreml-Kritiker, war am 16. Februar in einem russischen Straflager in der Arktis gestorben, wo er eine 19-jährige Haftstrafe verbüßen sollte. Nawalnys Anhänger und zahlreiche westliche Politiker machen die russische Führung und Präsident Wladimir Putin für den Tod des Oppositionellen verantwortlich.

E.Reid--TNT

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