The National Times - Wahlmanipulationsverfahren: Sonderermittler sieht keine präsidiale Immunität für Trump

Wahlmanipulationsverfahren: Sonderermittler sieht keine präsidiale Immunität für Trump


Wahlmanipulationsverfahren: Sonderermittler sieht keine präsidiale Immunität für Trump
Wahlmanipulationsverfahren: Sonderermittler sieht keine präsidiale Immunität für Trump / Foto: © AFP/Archiv

Im Wahlmanipulationsverfahren gegen Ex-US-Präsident Donald Trump sieht der zuständige Sonderermittler keine präsidiale Immunität für den Republikaner. Trump habe privat gehandelt, erklärte Sonderermittler Jack Smith in einem am Mittwoch (Ortszeit) freigegebenen Gerichtsdokument.

Textgröße ändern:

Smith erklärte in dem von der zuständigen Richterin Tanya Chutkan freigegebenen Dokument, das 165 Seiten umfasst und weitgehend geschwärzt wurde, der Kern der Handlungen sei "privater" Natur gewesen. Trump habe als Kandidat und nicht in seiner offiziellen Funktion gehandelt und zum Machterhalt Straftaten begangen.

Er habe nach seiner Niederlage gegen Joe Biden von den Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020 "mit Hilfe privater Komplizen eine Reihe zunehmend verzweifelter Pläne" gestartet, "um die rechtmäßigen Wahlergebnisse in sieben Staaten, die er verloren hatte, zu kippen". Trump habe im großen Umfang private Akteure und die Strukturen seiner Kampagne für den Versuch genutzt, das Wahlergebnis umzukehren.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Juli auf Antrag Trumps den US-Präsidenten eine weitreichende Immunität gegen strafrechtliche Verfolgung für Amtshandlungen gewährt. Für als privat eingestufte Handlungen gilt dieser Schutz hingegen nicht.

Trump wird unter anderem angelastet, er habe die Beglaubigung von Bidens Wahlsieg durch den US-Kongress zu verhindern versucht. Das Kapitol war am 6. Januar 2021 von fanatischen Trump-Anhängern gestürmt worden, als dort die Zertifizierungsprozedur stattfand. Zuvor hatte Trump in einer Rede seine Anhänger mit dem aus der Luft gegriffenen Vorwurf angestachelt, der Wahlsieg Bidens sei durch Betrügereien zustande gekommen. Die Trump-Anwälte haben verschiedene Schritte eingeleitet, um den Beginn des Verfahrens gegen den Ex-Präsidenten hinauszuzögern.

Trump ist der Präsidentschaftskandidat der Republikaner für die Wahl am 5. November und tritt gegen die Demokratin Kamala Harris an. Ein Prozess im Verfahren wegen Wahlmanipulation ist vor der Präsidentschaftswahl nicht zu erwarten.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Drohender Ausschluss: Chef von arabisch-israelischer Partei zieht Kandidatur für Knesset zurück

Der Vorsitzende der arabisch-israelischen Oppositionspartei Balad, Sami Abu Schehadeh, zieht angesichts eines drohenden Ausschlusses von der Parlamentswahl seine Kandidatur für einen Sitz in der Knesset zurück. Schehadeh traf die Entscheidung, nachdem der Oberste Gerichtshof ihm am Donnerstag im Zusammenhang mit Äußerungen über den Großangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 einen Rückzug nahegelegt hatte. Die Mehrheit der Richter befürwortete einen formalen Ausschluss des Politikers und gab ihm bis Freitag Zeit, einem Urteil zuvorzukommen.

Vor Präsidentenwahl in Brasilien: Polizei untersucht möglichen Sprengsatz vor Oberstem Gericht

Drei Tage vor Beginn der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist vor dem höchsten Gericht des Landes womöglich ein Sprengsatz abgestellt geworden. Die Polizei untersuche den vor dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt Brasília abgestellten Rucksack, teilte der Oberste Gerichtshof am Donnerstag (Ortszeit) mit. Nach Angaben der Polizei wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Fehlgeschlagene Hinrichtung von US-Todeskandidatin: Rufe nach Aus für Todesstrafe

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung einer US-Todeskandidatin dringen Menschenrechtler auf die Abschaffung der Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Nach Amnesty International erklärte auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag: "Die Todesstrafe hat in keiner Gesellschaft einen Platz." Türk forderte Gnade für die verurteilte Mörderin Christa Pike, die zwei Giftspritzen überlebt hatte.

Schülerproteste in Frankreich: Regierung gibt Linkspopulisten Mitschuld

Angesichts der gewaltsamen Schülerproteste hat die französische Regierung der linkpopulistische Partei LFI eine Mitschuld für die Ausschreitungen gegeben. Die Protestbewegung sei "ein organisiertes Manöver der LFI und ihrer linksextremen Verbündeten", erklärte das Amt das Premierministers unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst am Donnerstag. Bis zum Nachmittag war es in zahlreichen Städten zu teils heftigen Ausschreitungen gekommen; es gab größere Brände und auch Angriffe auf Schulpersonal und Sicherheitskräfte.

Textgröße ändern: