The National Times - EU ruft Georgien zur Rücknahme von LGBTQ-Gesetz auf

EU ruft Georgien zur Rücknahme von LGBTQ-Gesetz auf


EU ruft Georgien zur Rücknahme von LGBTQ-Gesetz auf
EU ruft Georgien zur Rücknahme von LGBTQ-Gesetz auf / Foto: © AFP

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat Georgien zur Rücknahme eines Gesetzes aufgerufen, das die Darstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Schulen und Medien massiv einschränkt. Das sogenannte Gesetz zur Förderung der "Familienwerte" bringe Georgien weiter von seinem Weg in die Europäische Union ab, warnte Borrell am Mittwoch im Onlinedienst X. Das Gesetz fördere die "Diskriminierung und Stigmatisierung" sexueller Minderheiten.

Textgröße ändern:

Georgiens Parlament hatte die Vorlage am Dienstag mit den Stimmen der Regierungspartei Georgischer Traum beschlossen, die Opposition boykottierte die Abstimmung. Das Gesetz sieht die "Einschränkung der Propaganda von gleichgeschlechtlichen Beziehungen (...) in Bildungseinrichtungen und Fernsehsendungen" vor. Zudem verbietet das Gesetz unter anderem Geschlechtsangleichungen und Adoptionen durch homosexuelle oder Transmenschen.

Vorbild sind russische Regeln. Menschenrechtsorganisationen sehen darin einen Verstoß gegen die Rechte von LGBTQ-Gruppen. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Georgien hatte Ende 2023 den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten, bereits in diesem Juni legte die EU das Verfahren aber auf Eis. Grund sind eine Reihe von Gesetzen, die als unvereinbar mit europäischen Werten gelten. Dazu zählt ein Gesetz gegen "ausländische Einflussnahme", das die EU als Maulkorb für regierungskritische Medien und Organisationen betrachtet.

Die Partei Georgischer Traum hatte nach ihrer Regierungsübernahme im Jahr 2012 zunächst eine liberale, pro-westliche politische Agenda verfolgt. In den vergangenen beiden Jahren änderte sie jedoch ihren Kurs und wandte sich nach Einschätzung von Kritikern Moskau zu.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: