The National Times - Mord an Ehefrau mit Armbrust und Messer: Lebenslange Haft für Mann in Sachsen

Mord an Ehefrau mit Armbrust und Messer: Lebenslange Haft für Mann in Sachsen


Mord an Ehefrau mit Armbrust und Messer: Lebenslange Haft für Mann in Sachsen
Mord an Ehefrau mit Armbrust und Messer: Lebenslange Haft für Mann in Sachsen / Foto: © AFP/Archiv

Wegen Mordes an seiner getrennt lebenden Ehefrau mit einer Armbrust und einem Messer hat das Landgericht im sächsischen Zwickau einen 46-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es in seinem Urteil vom Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juli 2023 seine Ehefrau in der früheren gemeinsamen Wohnung in Plauen mit geladener Armbrust abgepasst, ihr zunächst gezielt mit einem Bolzen ins Gesicht geschossen und ihr anschließend mit einem Messer mehrere tödliche Stichverletzungen am Hals zugefügt hatte.

Textgröße ändern:

Hintergrund war die vom Angeklagten nicht akzeptierte Trennung der Eheleute, in deren Folge der Mann seiner 37-jährigen Ehefrau das Recht auf ein eigenständiges Leben absprach, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Dem Gericht zufolge war das Ehepaar Teil der sogenannten BDSM- beziehungsweise Sadomasoszene.

Die Frau sollte dem Mann "gehören" und seine Sklavin sein. Weil sie das nicht mehr wollte und sich trennte, soll der Mann den Mord der Anklage zufolge geplant haben. Er überraschte die Frau in der einstigen gemeinsamen Wohnung, wo sie noch regelmäßig Katzen fütterte.

Mit einer erst kurz vor Prozessende abgegebenen Erklärung räumte der Angeklagte den Angaben zufolge die Tötung seiner Ehefrau ein, stellte das Geschehen aber als Totschlag dar. Er habe die Armbrust am Tattag lediglich deshalb bei sich gehabt, um diese wegen eines geplanten Onlineverkaufs zu fotografieren.

Es sei dann zu einem Streit und einer anschließenden körperlichen Auseinandersetzung gekommen, in deren Folge sich ein Schuss aus der Armbrust gelöst und seine Frau getroffen habe. Diese sei dann mit zwei Messern auf ihn zugekommen, worauf er sich ebenfalls ein Messer gegriffen und auf sie eingestochen habe.

Dieser Einlassung folgte das Schwurgericht aufgrund der vorliegenden Beweise nur teilweise. Die Richter gingen aufgrund von Indizien vielmehr von einer geplanten Tat aus und sahen die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als erfüllt an. Zudem hatten die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergeben, dass weder die Geschädigte noch der Angeklagte Abwehr- oder Kampfverletzungen aufwiesen.

Die Getötete hinterließ eine 13-jährige Tochter, die heute in einem Kinderheim lebt. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zur Zahlung eines Hinterbliebenengelds an das Mädchen, das als Nebenklägerin auftrat, in Höhe von 25.000 Euro. Für Teile der Hauptverhandlung und auch für die Plädoyers war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: