The National Times - American Jewish Committee warnt mit neuer Broschüre vor "Umsturzpartei" AfD

American Jewish Committee warnt mit neuer Broschüre vor "Umsturzpartei" AfD


American Jewish Committee warnt mit neuer Broschüre vor "Umsturzpartei" AfD
American Jewish Committee warnt mit neuer Broschüre vor "Umsturzpartei" AfD / Foto: © AFP/Archiv

Das American Jewish Committee (AJC) Berlin will mit einer neuen Broschüre extremistische Bestrebungen der AfD stärker in den Mittelpunkt rücken. Es gehe darum, zu zeigen, "über was für eine Partei wir reden, welchen Charakter sie hat", sagte AJC-Direktor Remko Leemhuis am Dienstag bei der Vorstellung des Heftes in Berlin. Die Broschüre trägt den Titel "Die Umsturzpartei. Wie die AfD unsere Demokratie gefährdet."

Textgröße ändern:

Leemhuis verwies darauf, dass inzwischen mehrere Landesverbände der AfD von den zuständigen Verfassungsschutzämtern als erwiesen rechtsextrem eingestuft werden und der Bundesverfassungsschutz einen erheblichen Teil der Parteimitglieder als extremistisch einschätzt. Er habe den Eindruck, dass die öffentliche Debatte über die AfD "dieser Realität hinterherläuft", beklagte Leemhuis. Hier solle die Broschüre Aufklärung leisten.

Verfasst wurde das Heft von der Journalistin Andrea Röpke und dem Journalisten Andreas Speit. Auf rund 40 Seiten beleuchten sie unter anderem sprachliche und mediale Strategien der AfD sowie die Vernetzung der Partei mit völkischen Initiativen und mit der russischen Führung. Die Broschüre richtet sich laut Leemhuis vor allem an Menschen, "die an der politischen Diskussion beteiligt sind", etwa Abgeordnete und Medienschaffende.

Röpke sagte bei der Vorstellung, es gehe ihr unter anderem darum, die AfD "in Gänze als rechtsextrem zu markieren". Mit Blick auf den Titel der Broschüre sagte sie, ihrer Wahrnehmung nach sei ein "Umsturz" tatsächlich ein Ziel der AfD.

Zugleich zeigte sich Röpke überzeugt, dass sich die meisten Wählerinnen und Wähler der AfD durchaus der extremistischen Tendenzen bewusst sein. Insbesondere jemand, der bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachen, Thüringen und Brandenburg für die AfD stimme, "weiß sehr wohl, was er dort wählt".

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, lenkte den Blick auf die Strategie der AfD, "im Kleinen zu beginnen", mit lokalen Projekten und in der Kommunalpolitik. Diese Strategie "geht leider bestens auf", urteilte er. Die hohen Umfragewerte der AfD vor den Landtagswahlen im September nannte Schuster "alles andere als erfreulich".

N.Johns--TNT

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: