The National Times - Autofahrerin von Lärmschutzwand erschlagen: Prozess in Köln begonnen

Autofahrerin von Lärmschutzwand erschlagen: Prozess in Köln begonnen


Autofahrerin von Lärmschutzwand erschlagen: Prozess in Köln begonnen
Autofahrerin von Lärmschutzwand erschlagen: Prozess in Köln begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Fast vier Jahre nach einem durch eine umstürzende Lärmschutzwand verursachten tödlichen Unfall auf der Autobahn A3 müssen sich drei Angeklagte vor dem Kölner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft einem zuständigen Ingenieur in der am Dienstag verlesenen Anklage Totschlag durch Unterlassen vor. Zwei Verantwortliche eines Landesbetriebs müssen sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verantworten. Ein tonnenschweres Betonelement der Lärmschutzwand war im November 2020 auf ein vorbeifahrendes Auto gestürzt, dessen Fahrerin starb.

Textgröße ändern:

Ursache des Unglücks war laut Anklage unter anderem eine fehlerhafte Befestigung des Betonelements. Der Ingenieur einer Baufirma, die mit dem Ausbau der Autobahn A3 zwischen der Anschlussstelle Köln-Dellbrück und dem Autobahnkreuz Köln-Ost beauftragt war, soll Metallhalterungen verwendet haben, die von der freigegebenen Planung abwichen. Außerdem seien eigenmächtig Schweißarbeiten durchgeführt worden, die den Korrosionsschutz der Konstruktion beeinträchtigt hätten.

Der beauftragende Landesbetrieb wurde über die Abweichungen informiert und verlangte daraufhin ein Gutachten über die Tragfähigkeit der Konstruktion. Das von der Baufirma eingeholte Gutachten ergab, dass die verwendeten Metallhalterungen dauerhaft nicht stabil genug seien. Demnach war mit einem Versagen der Halterungen zu rechnen.

Das Ergebnis des Gutachtens soll dem Ingenieur im September 2008 bekannt gewesen sein. Er habe aber nur Teile des Gutachtens an den Landesbetrieb weitergereicht. Die Berechnung zum Nachweis der fehlenden Tragfähigkeit habe er nicht übersandt. Die Abnahme des Baus wurde im November 2008 unter dem Vorbehalt vorgenommen, dass die dauerhafte Tragfähigkeit der planabweichenden Konstruktion noch nachgewiesen werde.

Im Laufe der Jahre sei es dann zur Korrosion der Halterungen gekommen. Am 13. November 2020 löste sich ein etwa sechs Tonnen schweres Betonelement und stürzte ungebremst auf ein Auto. Die 66-jährige Fahrerin starb noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen.

Den zwei ebenfalls angeklagten Verantwortlichen des Landesbetriebs wird vorgeworfen, dass sie es versäumt hätten, die Nachweiserbringung über die Tragfähigkeit der Konstruktion zu überwachen, obwohl sie über die Abweichungen informiert waren. Für den Prozess wurden zahlreiche Verhandlungstage bis Ende Dezember festgelegt.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: