The National Times - Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 39 Polizisten verletzt

Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 39 Polizisten verletzt


Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 39 Polizisten verletzt
Gewalt nach tödlichem Angriff auf tanzende Kinder in England - 39 Polizisten verletzt / Foto: © AFP

Nach dem tödlichen Messerangriff auf Kinder bei einem Taylor-Swift-Tanzkurs in Nordengland ist es am Dienstagabend zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Dabei wurden in der Küstenstadt Southport laut Polizeiangaben vom Mittwoch 39 Sicherheitsbeamte verletzt, mindestens acht von ihnen schwer. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Gewalt als "Beleidigung" der trauernden Bevölkerung und kündigte eine Bestrafung der Verantwortlichen an. Bei den Randalierern handelt es sich vermutlich um Anhänger der rechtsextremen English Defence League.

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Starmer erklärte im Onlinedienst X: "Diejenigen, die die Mahnwache für die Opfer von Gewalt und Brutalität missbraucht haben, haben die Gemeinschaft in ihrer Trauer beleidigt. Sie werden die ganze Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen".

Die Zusammenstöße ereigneten sich im Anschluss an eine Mahnwache im Zentrum von Southport. Dort hatten am Abend hunderte Menschen der Opfer des Messerangriffs vom Montag mit einer Schweigeminute gedacht. Drei Mädchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren waren nach Polizeiangaben getötet worden. Kurz nach der Tat wurde ein 17-jähriger Verdächtiger festgenommen.

Rund 100 Randalierer lieferten sich anschließend Kämpfe mit der Polizei und legten Feuer. Dicke Rauchschwaden waren nach Angaben eines AFP-Reporters zu sehen. Einige Randalierer steckten Fahrzeuge in Brand, "warfen Ziegelsteine auf eine Moschee und beschädigten einen Lebensmittelladen", erklärte die Polizei.

Rettungsdienste berichteten bei X, dass sie "insgesamt 39 Patienten, allesamt Polizeibeamte", behandelt hätten. 27 verletzte Beamte wurden den Angaben zufolge ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Polizei kündigte stärkere Kontrollen an. Eine "sichtbare Präsenz" von Beamten solle die Menschen beruhigen, hieß es.

Innenministerin Yvette Cooper prangerte in einer Erklärung "beschämende Szenen" an. Es sei "erschütternd", dass die Polizei, "die nach dem Messerangriff eine dringende strafrechtliche Untersuchung durchführt", zu einer "Zielscheibe von Gewalt" geworden sei, betonte sie.

Nach dem Angriff am Montagnachmittag bei einem Kindertanzkurs zur Musik von US-Popstar Taylor Swift starben zunächst zwei Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren. Eine Neunjährige erlag am Dienstag ihren Verletzungen. Acht weitere Kinder wurden verletzt, fünf waren am Dienstag noch in kritischem Zustand. Zwei Erwachsene, die den Kindern zur Hilfe kamen, wurden laut Polizei ebenfalls schwer verletzt.

Die Polizei nahm einen 17-Jährigen fest, der aus Cardiff in Wales stammt und in der Kleinstadt Banks in der Nähe von Southport wohnt. Nach Angaben des Senders BBC stammt die Familie des Festgenommenen aus Ruanda. Zeugen des Angriffs berichteten britischen Medien, dass der 17-Jährige in einem Taxi am Tatort vorfuhr und dann in das Gebäude eindrang. Dabei habe er eine Maske getragen. Warum der Jugendliche die Kinder mit dem Messer angriff, war weiter unklar.

In Onlinediensten wurde heftig über die Nationalität des 17-Jährigen, seine Religion sowie den Zeitpunkt seiner Ankunft in Großbritannien diskutiert. Der umstrittene britische Influencer Andrew Tate, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird, erklärte bei X, der Angreifer sei ein "illegaler Migrant".

Die Polizei machte die Spekulationen im Internet für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. "Es gab viele Spekulationen (...) über den Status eines 17-jährigen Mannes und einige Menschen nutzen dies, um Gewalt und Unordnung auf unsere Straßen zu bringen", sagte der stellvertretende Polizeichef Alex Goss. An den Zusammenstößen seien viele Menschen beteiligt gewesen, "die nicht in der Region Merseyside leben", erklärte er.

Innenministerin Cooper betonte, es sei wichtig, "dass die Menschen keine schädlichen Fehlinformationen im Internet verbreiten". Der Bürgermeister der Region Liverpool, Steve Rotheram, erklärte, wer Hass verbreite, werde sich in Southport nicht durchsetzen. "Wir sind für unsere Solidarität bekannt. Die Menschen in unserer Region werden zusammenhalten", sagte Rotheram AFP.

Die Zahl der mit Stichwaffen ausgeübten Gewalttaten ist in Großbritannien zuletzt gestiegen. 2023 waren es laut offiziellen Statistiken mit fast 50.000 sieben Prozent mehr als noch 2022. Binnen zehn Jahren verdoppelte sich die Anzahl dieser Taten.

Q.Marshall--TNT

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