The National Times - Zahl der Toten bei Überschwemmung in Afghanistan steigt laut UNO auf über 300

Zahl der Toten bei Überschwemmung in Afghanistan steigt laut UNO auf über 300


Zahl der Toten bei Überschwemmung in Afghanistan steigt laut UNO auf über 300
Zahl der Toten bei Überschwemmung in Afghanistan steigt laut UNO auf über 300 / Foto: © AFP

Bei den schweren Überschwemmungen in Afghanistan ist die Zahl der Toten laut UN-Angaben allein in der nordöstlichen Provinz Baghlan auf über 300 gestiegen. Wie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen am Samstag mitteilte, starben infolge der heftigen Regenfällen 311 Menschen. Fast 5000 Häuser wurden demnach zerstört oder beschädigt. Das Verteidigungsministerium rief für große Gebiete von Nordwestafghanistan den Notstand aus.

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Zuvor hatten zudem die Behörden in der weiter nördlich gelegenen Provinz Tachar 20 Tote infolge der Überschwemmungen gemeldet. Zur Zahl der Toten zirkulierten unterschiedliche Angaben. Die Internationale Organisation für Migration, wie das Welternährungsprogramm ein UN-Organ, bestätigte rund 200 Todesopfer in Baghlan. Die regierenden Taliban sagten, in der Provinz seien 131 Menschen gestorben, viele weitere würden vermisst. Am Freitag war noch die Rede von 62 Toten gewesen. Die hohe Zahl der Todesopfer erkläre sich unter anderem dadurch, dass die Menschen nah am Wasser lebten, sagte ein UN-Vertreter.

Das Verteidigungsministerium schickte laut eigenen Angaben Rettungskräfte in die betroffenen Gebiete. Das Militär wurde demnach angewiesen "für die Opfer dieses Unglücks jede Art von Hilfe mit allen verfügbaren Ressourcen" zur Verfügung zu stellen. "Mit der Ausrufung des Notstandes in den betreffenden Gebieten hat das Verteidigungsministerium mit der Verteilung von Lebensmitteln, Medizin und erster Hilfe begonnen", hieß es.

Weil sich das Wetter am Samstag besserte, wurde mit Evakuierungen begonnen, wie die Luftwaffe erklärte. Hunderte Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Aufnahmen in Onlinediensten zeigten breite Ströme schlammigen Wassers, die Straßen überschwemmten. Überlebende kämpften sich durch mit Trümmern bedeckte Straßen, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Mein Haus und mein gesamtes Leben wurden von der Flut weggespült", sagte Jan Mohammad Din Mommahad, Bewohner von Baghlans Provinzhauptstadt Pol-e-Khomri. "Ich weiß nicht, wo ich meine Familie hinbringen soll. Ich weiß nicht, was ich tun soll", fügte er hinzu.

Der Katastrophenschutz in der Provinz Baghlan hatte am Freitag erklärt, unter den Toten seien vor allem Frauen und Kinder. Vielerorts hätten die Überschwemmungen die Menschen unvorbereitet getroffen.

Die Regenfälle von Freitag sorgten laut offiziellen Angaben auch in weiteren Provinzen für schwere Schäden. Betroffen sind neben Baghlan demnach Tachar und Badachschan im Osten sowie Ghor und Herat im Westen.

Durch die Regenfälle wurden große Teile des Ackerlands des Landes vorübergehend unbrauchbar. 80 Prozent der vier Millionen Einwohner Afghanistans sind von der Landwirtschaft abhängig. Bei vorherigen Überschwemmungen waren seit Mitte April in zehn afghanischen Provinzen etwa 100 Menschen ums Leben gekommen.

Das Land ist besonders stark vom Klimawandel betroffenen. Aufgrund des trockenen Winters kann der Boden Niederschläge schlechter aufnehmen. Die Fluten seien "eine deutliche Erinnerung" daran, wie sehr Afghanistan dem Klimawandel ausgesetzt sei, schrieb der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte, Richard Bennett, im Onlinedienst X. "Es braucht sofortige und langfristige Planungen durch die Taliban und internationale Akteure", forderte er.

Die radikalislamischen Taliban hatten nach dem Abzug internationaler Truppen im Sommer 2021 wieder die Macht in Afghanistan übernommen. Viele Staaten und Hilfsorganisation haben seitdem ihre Hilfen für das verarmte Land zurückgefahren. Nach Naturkatastrophen sind die Menschen oft auf sich allein gestellt.

I.Paterson--TNT

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