The National Times - Skandal um Privatisierung von Kliniken: Maltas Ex-Regierungschef Muscat angeklagt

Skandal um Privatisierung von Kliniken: Maltas Ex-Regierungschef Muscat angeklagt


Skandal um Privatisierung von Kliniken: Maltas Ex-Regierungschef Muscat angeklagt
Skandal um Privatisierung von Kliniken: Maltas Ex-Regierungschef Muscat angeklagt / Foto: © AFP/Archiv

Wegen eines Skandals um die Privatisierung von Krankenhäusern ist in Malta gegen zahlreiche hochrangige Politiker Anklage erhoben worden. Unter den Beschuldigten sind der ehemalige maltesische Regierungschef Joseph Muscat, sein früherer Kabinettschef Keith Schembri, Ex-Tourismusminister Konrad Mizzi und der amtierende Vize-Ministerpräsident und EU-Kommissionskandidat Chris Fearn, wie am Mittwoch aus Justizkreisen verlautete.

Textgröße ändern:

Muscat und Mizzi werden die Annahme von Bestechungsgeldern, Korruption im öffentlichen Dienst und Geldwäsche vorgeworfen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Es ist das erste Mal, dass in Malta ein ehemaliger Premierminister vor Gericht steht.

Fearne und dem Präsidenten der maltesischen Zentralbank, Edward Scicluna, werden Betrug, Veruntreuung und betrügerische Bereicherung vorgeworfen. Der frühere Kabinettschef Schembri ist wegen Geldwäsche, Bestechung und Amtsmissbrauch zur Erlangung eines unrechtmäßigen Vorteils angeklagt.

Muscat beteuerte seine Unschuld. "Wenn sie nicht so ernst wären, wären die Anschuldigungen gegen mich lächerlich", schrieb er am Dienstag im Onlinedienst Facebook. "Es wird mir ein Vergnügen sein, jede dieser Anschuldigungen zu widerlegen und zu zeigen, dass sie nicht nur auf Fantasie, sondern auf Lügen beruhen."

Die am Montag erhobenen Anklagen bilden den Höhepunkt einer langen Untersuchung, die das politische Establishment Maltas in seinen Grundfesten erschüttert hat. Der Fall geht auf die Entscheidung der Labour-Regierung von Muscat im Jahr 2015 zurück, die Verwaltung von drei öffentlichen Krankenhäusern an das Privatunternehmen Vitals Global Healthcare zu übertragen. Das Unternehmen hatte keinerlei Erfahrung im Gesundheitswesen und verkaufte die Konzession nach 21 Monaten an ein anderes Unternehmen, Steward Health Care, ohne die versprochenen Investitionen getätigt zu haben.

Muscat war bis Anfang 2020 war Ministerpräsident von Malta. Im Zuge einer politischen Krise wegen Ermittlungen bis in höchste Regierungskreise im Kontext der Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia zurückgetreten.

Das vor der Küste Siziliens gelegene Malta ist der kleinste und am dichtesten besiedelte Mitgliedstaat der EU. Die Wirtschaft des Mittelmeerlandes mit seinen rund 516.000 Einwohnern lebt vor allem vom Tourismus. Wichtige Branchen sind auch der Finanzdienstleistungs- und der Online-Spiele-Sektor. International wird Malta regelmäßig als Steueroase kritisiert.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Nach Angriff auf SPD-Politiker Ecke in Dresden: Drei Angeklagte kommen vor Gericht

Knapp drei Jahre nach dem Angriff auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke in Dresden kommen drei Tatverdächtige vor Gericht. Das Amtsgericht der sächsischen Landeshauptstadt ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zu, wie es am Freitag mitteilte. Ecke war im Mai 2024 beim Aufhängen von Wahlplakaten angegriffen und dabei so schwer verletzt worden, dass er operiert werden musste.

Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen

Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.

Bayern: Mehr als sechs Jahre Haft für Syrer wegen Einschleusens von Ausländern

Wegen der mehrfachen Schleusung von illegalen Einwanderern ist ein 32-jähriger Syrer in Bayern zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Traunstein sprach ihn unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. In das Strafmaß wurde auch ein Urteil vom April mit einbezogen.

Mutter von Drillingen erstochen - Ehemann in Osnabrück wegen Mordes verurteilt

Weil er seine Frau erstochen haben soll, soll ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn am Freitag nach Angaben eines Sprechers wegen Mordes und verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Mann hatte demnach im Prozess gestanden, seine Frau, eine Mutter von Drillingen, getötet zu haben.

Textgröße ändern: