The National Times - Zahl der Toten bei Überschwemmungen im Süden Brasiliens steigt weiter

Zahl der Toten bei Überschwemmungen im Süden Brasiliens steigt weiter


Zahl der Toten bei Überschwemmungen im Süden Brasiliens steigt weiter
Zahl der Toten bei Überschwemmungen im Süden Brasiliens steigt weiter / Foto: © AFP

Bei den schweren Überschwemmungen im Süden Brasiliens ist die Zahl der Toten weiter angestiegen. Mindestens 66 Menschen kamen laut Angaben der brasilianischen Zivilschutzbehörde vom Sonntag bislang in den Fluten ums Leben. Mehr als 100 Menschen gelten demnach als vermisst. Im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul mussten mehr als 80.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Rettungskräfte kämpften gegen die Zeit, um weitere Menschen aus den Schlammlawinen zu retten.

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Porto Alegre, die Hauptstadt von Rio Grande do Sul, war Luftaufnahmen zufolge völlig überflutet. Straßen waren überschwemmt und die Dächer einiger Häuser kaum noch zu erkennen. Der durch die Stadt fließende Guaiba-Fluss erreichte nach Angaben der örtlichen Behörden einen neuen Höchststand von über fünf Metern - weit über dem bisherigen Rekordwert von 4,7 Metern aus dem Jahr 1941.

Das Wasser drang zunehmend in die 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt vor und bedrohte hunderte weitere Orte. Zusätzlich zu den hunderttausenden Einwohnern, die aufgrund der Überschwemmungen ihre Häuser verlassen mussten, hatten nach Angaben des brasilianischen Zivilschutzes mehr als eine Million Menschen kein Zugang zu Trinkwasser.

Porto Algres Bürgermeister Sebastiao Melo rief die Menschen im Onlinedienst X dazu auf, ihre Häuser zu verlasen. Zudem forderte er sie auf, nach dem Ausfall von vier der sechs Aufbereitungsanlagen in der Stadt, das Trinkwasser zu rationieren.

"Donnerstagnacht fing das Wasser an, schnell zu steigen", berichtete die 37-jährige Krankenschwester Rosana Custodio der Nachrichtenagentur AFP. "Mein Mann setzte unsere beiden Kleinen in ein Kajak und ruderte mit einem Bambusstab. Mein Sohn und ich schwammen bis zum Ende der Straße." Ihre Familie sei in Sicherheit, habe jedoch alles verloren, sagte sie. 15.000 Menschen in dem Bundesstaat fanden bislang Zuflucht in staatlichen Notunterkünften.

Zwar ließ der Regen am Samstag zunehmend nach, Experten schätzten jedoch, dass er weitere 24 bis 36 Stunden anhalten könnte. Zusätzlich warnten sie vor Erdrutschen. Die Behörden versuchten weiter, überschwemmte Stadtteile zu evakuieren. Rettungskräfte suchten mit Allradfahrzeugen und Jet-Skis im hüfthohen Wasser nach Gestrandeten.

Der Gouverneur von Rio Grande do Sul, Eduardo Leite, bezeichnete die Überschwemmungen als die "schlimmste Katastrophe" in der Geschichte des Bundesstaats. Er forderte einen "Marshallplan" mit großen Investitionen, um den Wiederaufbau nach der Katastrophe vorantreiben zu können. Offiziellen Angaben zufolge wurden seit dem vergangenen Montag in mindestens 300 Gemeinden im Bundesstaat Schäden verzeichnet.

Brasilien hat in den vergangenen Monaten immer wieder unter Extremwetterereignissen wie Hitzewellen und Starkregen gelitten. Experten zufolge führt die Erderwärmung dazu, dass solche Ereignisse häufiger und intensiver auftreten. Derzeit werden die Wetterextreme jedoch auch durch das Klimaphänomen El Niño verstärkt.

L.Johnson--TNT

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