The National Times - Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt: 30 Jahre Haft für Helfer des Täters

Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt: 30 Jahre Haft für Helfer des Täters


Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt: 30 Jahre Haft für Helfer des Täters
Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt: 30 Jahre Haft für Helfer des Täters / Foto: © AFP/Archiv

Gut fünf Jahre nach dem Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt mit fünf Toten hat ein Gericht in Paris einen Helfer des Täters zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt. Der 42 Jahre alte Audrey Mondjehi wurde wegen seiner "großen Nähe" zu dem von der Polizei erschossenen Täter der "terroristischen Vereinigung" schuldig gesprochen. "Er wusste von der starken Radikalisierung (des Täters)", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Urteilsbegründung.

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Der aus der Elfenbeinküste stammende Mondjehi hatte vor Gericht eingeräumt, dass er als Mittelsmann beim Waffenkauf gedient habe. Er habe jedoch nicht gewusst, was der Täter Cherif Chekatt damit vorgehabt habe, hatte er betont. Nach Einschätzung der Ermittler war Mondjehi hingegen "an allen Phasen der Vorbereitung und Ausführung beteiligt" gewesen. "Ich werde mein ganzes Leben lang bereuen, was passiert ist", sagte er vor Gericht.

Der 29 Jahre alte Täter war vor dem Anschlag bereits mehrfach wegen gewöhnlicher Straftaten verurteilt worden und wurde als Islamist in der Gefährderkartei geführt. Er hinterließ ein Video, in dem er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue schwor. Die Organisation reklamierte den Anschlag anschließend für sich.

Chekatt war mit einem Lebel-Revolver und einem Küchenmesser bewaffnet gewesen. Zu seinen Opfern zählten zwei junge Journalisten aus Italien und Polen, ein afghanisch-französischer Vater von drei kleinen Kindern, ein Straßburger Rentner und ein thailändischer Tourist.

Der Täter floh zunächst in einem Taxi. Die Polizei fand ihn zwei Tage nach der Tat. Er wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei erschossen.

Neben Mondjehi waren drei weitere Männer angeklagt. Zwei von ihnen wurden zu vier beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt. Sie waren in geringerem Maß an der Beschaffung von Waffen beteiligt gewesen. Ein vierter Angeklagter wurde frei gesprochen. Ein 83-jähriger mutmaßlicher Waffenhändler soll sich wegen gesundheitlicher Probleme erst später vor Gericht verantworten.

Der Anschlag hinterließ in Straßburg tiefe Spuren. Der auch bei ausländischen Touristen beliebte Weihnachtsmarkt wird seitdem stark gesichert.

S.Arnold--TNT

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