The National Times - Allianz pro Schiene: Arbeitsagentur muss Lokführer als Engpassberuf einstufen

Allianz pro Schiene: Arbeitsagentur muss Lokführer als Engpassberuf einstufen


Allianz pro Schiene: Arbeitsagentur muss Lokführer als Engpassberuf einstufen
Allianz pro Schiene: Arbeitsagentur muss Lokführer als Engpassberuf einstufen / Foto: © AFP/Archiv

Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) aufgefordert, die Einstufung des Lokführerjobs als sogenannten Engpassberuf zu überprüfen. Derzeit werde der Beruf des Triebfahrzeugführers Eisenbahnverkehr von der BA "nur 'unter Beobachtung', nicht aber als Engpassberuf eingestuft", teilte das Bündnis am Mittwoch mit. Auch die Politik sei gut beraten, ein "besonderes Augenmerk" auf den Beruf zu legen.

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Die Gründe für die Einstufung der Bundesagentur für Arbeit seien "nicht wirklich nachvollziehbar", sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Der Bedarf an neuen Arbeitskräften sei enorm: "Jedes Jahr bis zum Ende des Jahrzehnts" müsse die Branche "fünf- bis zehntausend Lokführer einstellen", sagte Flege. Auch der Altersdurchschnitt sei in den vergangenen Jahren immer stärker gestiegen. 40 Prozent seien mittlerweile älter als 50 Jahre.

Die Bundesagentur für Arbeit legt jedes Jahr sogenannte Engpassberufe fest. 2022 wurde demnach in 200 von rund 1200 bewerteten Berufen ein Engpass festgestellt, 52 mehr als im Jahr zuvor. Es handelt sich unter anderem um Pflegeberufe, Berufskraftfahrer, medizinische Fachangestellte, Bauberufe, Berufe in der Kinderbetreuung und in der Kraftfahrzeugtechnik. Neu hinzu kamen zuletzt Berufe im Gastgewerbe.

Von einem Engpassberuf wird laut BA dann gesprochen, wenn sechs Engpassindikatoren überwiegend auf einen Mangel hindeuteten. Dazu zählen unter anderem die Besetzungsdauer gemeldeter Stellen, die berufsspezifische Arbeitslosenquote und die Entgeltentwicklung.

Drei dieser Indikatoren zeigten in der Bewertung des Jahres 2022 auch bei den Lokführern "Anzeichen eines Engpasses". Damit führte die BA das Berufsfeld in Bezug auf die Engpassberufe als "unter Beobachtung".

Es könne "nicht angehen", dass die Politik während der Tarifauseinandersetzung der Lokführer davor warnt, systemrelevante Bereiche wie den Schienenverkehr lahmzulegen und damit auch erklärt, wie wichtig der Beruf des Lokführers sei und "eine bundeseigene Agentur für Arbeit so tut, als ob es diesen systemrelevanten Beruf als einen von ganz vielen gäbe", kritisierte Flege. Daher sollte die BA ihre Kriterien überprüfen und überdenken.

Der Allianz pro Schiene zufolge würde die Einstufung als Engpassberuf die Relevanz des Jobs unterstreichen. Zusätzlich müsse der Quereinstieg in den Lokführerberuf vereinfacht werden. Derzeit vergebe die BA sogenannte "Bildungsgutscheine" für die Weiterbildung nur an Arbeitslose oder Menschen, die davon bedroht seien.

"Wir brauchen hier eine großzügigere Vergabe-Praxis, die dem großen Bedarf an Lokführerinnen und Lokführern Rechnung trägt", forderte Flege. Förderungen sollte es auch für Menschen geben, die sich aus einem bestehenden Jobverhältnis heraus umorientieren wollen.

Grundsätzlich zeigten am Mittwoch veröffentlichte Daten des Verkehrsbündnisses, dass die Zahl der Lokführerinnen und Lokführer in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. 2022 gab es bei der Eisenbahn und den U- und Straßenbahnen mit 54.401 fast 2000 mehr als ein Jahr zuvor.

Den Tarifabschluss zwischen Deutscher Bahn (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bezeichnete die Allianz pro Schiene als "Wettbewerbsvorteil" und nannte dabei insbesondere die flexiblen Arbeitszeiten.

Bahn und GDL hatten am Montag eine Einigung im monatelangen Tarifkampf erzielt und die Details dazu am Dienstag vorgestellt. Demnach verständigten sich beide Parteien unter anderem auf eine schrittweise Absenkung der wöchentlichen Regelarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bis 2029 bei vollem Lohnausgleich. Mitarbeitenden können aber freiwillig mehr arbeiten und verdienen dann auch zusätzliches Geld.

G.Morris--TNT

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