The National Times - Waffenmeisterin wegen tödlichen Schusses bei Alec-Baldwin-Dreh vor Gericht

Waffenmeisterin wegen tödlichen Schusses bei Alec-Baldwin-Dreh vor Gericht


Waffenmeisterin wegen tödlichen Schusses bei Alec-Baldwin-Dreh vor Gericht
Waffenmeisterin wegen tödlichen Schusses bei Alec-Baldwin-Dreh vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Im Zuge der juristischen Aufarbeitung des tödlichen Schusses auf eine Kamerafrau bei einem Westerndreh mit Alec Baldwin hat der Prozess gegen die zuständige Waffenmeisterin begonnen. Am ersten Prozesstag in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico wurde die zwölfköpfige Jury ausgewählt, am Donnerstag (Ortszeit) sollten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Eröffnungsplädoyers halten. Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

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Aus einer von Gutierrez-Reed verantworteten Waffe hatte Baldwin im Oktober 2021 den Schuss abgegeben, der bei den Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western "Rust" die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins tötete. Regisseur Joel Souza wurde durch dieselbe Kugel schwer verletzt. Wie es passieren konnte, dass der Colt mit einer echten Kugel geladen wurde, ist noch immer unklar.

Auch Baldwin selbst ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ein Datum für seinen Prozess steht noch nicht fest. Sowohl der Schauspieler als auch die Waffenmeisterin weisen jegliche Verantwortung für den Vorfall zurück. Beiden Angeklagten drohen bis zu 18 Monate Haft.

Die 26-jährige Gutierrez-Reed war dafür zuständig, die Schusswaffen für den Dreh zu beschaffen und für deren sicheren Gebrauch zu sorgen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, dass sie nachlässig gearbeitet und es so ermöglicht habe, dass echte Kugeln unter die falschen gerieten.

Auch wurde erwartet, dass die Ankläger der Waffenmeisterin den Konsum von Kokain und Marihuana vor dem tödlichen Vorfall vorwerfen. Sie soll demnach noch unter den Nachwirkungen dieses Rauschgiftkonsums gestanden haben, als sie am Morgen den von Baldwin verwendeten Colt des Kalibers .45 lud.

Gutierrez-Reed ist auch wegen Manipulation von Beweismaterial angeklagt. Dieser Anklagepunkt bezieht sich darauf, dass sie Kokain beiseite geschafft haben soll, nachdem sie erstmals von der Polizei von Santa Fe zu dem tödlichen Vorfall vernommen worden war.

Von der Verteidigung wurde erwartet, dass sie den Vorfall als Verkettung unglücklicher Umstände schildert. Diese hätten sich aus dem hohen Druck ergeben, den Film innerhalb des Zeitplans und Finanzrahmens fertigzustellen.

Der Fall hatte Hollywood erschüttert und eine Debatte über die Sicherheit bei Dreharbeiten mit Waffen angestoßen - auch, aber nicht nur bei Low-Budget-Produktionen.

Baldwin, der auch einer der Produzenten von "Rust" ist, hat beteuert, er habe nicht wissen können, dass sich scharfe Munition in dem Colt befand. Außerdem habe er den Abzug nicht betätigt. Ob es möglich ist, dass sich der Schuss löste, ohne dass Baldwin abdrückte, ist eine wichtige Frage bei den Ermittlungen.

Der Prozess gegen den 65-jährigen Schauspieler hat sich verzögert, weil eine ursprünglich gegen ihn erhobene Anklage wegen fahrlässiger Tötung fallengelassen worden war. Die Staatsanwaltschaft begründete dies damals damit, dass "neue Fakten" aufgetaucht seien, die "weitere Untersuchungen und forensische Analysen" erforderten.

Im vergangenen Januar wurde dann erneut Anklage gegen Baldwin erhoben. Er befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Die nach dem Vorfall unterbrochenen Dreharbeiten zu "Rust" werden seit dem vergangenen Jahr fortgesetzt. Auch Regisseur Souza arbeitet wieder an dem Film. Er sagte, die Fertigstellung von Rust" werde eine "bittersüße" Erfahrung sein. Doch wolle die Crew zu Ende bringen, "was Halyna und ich begonnen haben", fügte er mit Blick auf die getötete Kamerafrau hinzu.

T.Allen--TNT

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