The National Times - Tod von "Parasite"-Star: Regisseur fordert Untersuchung zu Rolle der Polizei

Tod von "Parasite"-Star: Regisseur fordert Untersuchung zu Rolle der Polizei


Tod von "Parasite"-Star: Regisseur fordert Untersuchung zu Rolle der Polizei
Tod von "Parasite"-Star: Regisseur fordert Untersuchung zu Rolle der Polizei / Foto: © AFP

Nach dem mutmaßlichen Suizid des aus der Oscar-prämierten Gesellschaftssatire "Parasite" bekannten südkoreanischen Schauspielers Lee Sun Kyun haben der Regisseur des Films, Bong Joon Ho, und weitere Vertreter der Unterhaltungsindustrie eine Untersuchung der Rolle von Polizei und Medien gefordert. "Wir drängen auf eine gründliche Untersuchung durch die Behörden, um festzustellen, ob es bei den polizeilichen Ermittlungen Sicherheitslücken gab", sagte Bong am Freitag bei einer Pressekonferenz.

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Dabei zitierte der "Parasite"-Regisseur aus einer gemeinsamen Erklärung von 30 Institutionen der südkoreanischen Unterhaltungsindustrie, darunter Filmfestivals sowie Gewerkschaften von Schauspielern und Drehbuchautoren. Es müsse untersucht werden, ob unerlaubt vertrauliche Informationen über Drogenermittlungen gegen Lee an die Medien weitergeben worden seien, hieß es darin.

In ihrer Erklärung fordern die Unterzeichner eine Verschärfung der Gesetze zum besseren Schutz von Künstlern und drängten die Medien zu einem faireren Verhalten. "Ich hoffe, dass sich solche Tragödien bei Ermittlungen gegen Künstler der Popkultur nie mehr wiederholen", sagte Schauspieler Kim Eui Sung auf der Pressekonferenz.

Die Leiche des "Parasite"-Schauspielers Lee war Ende Dezember in seinem Auto entdeckt worden. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap hinterließ der 48-jährige Star eine "Notiz, die sich wie ein Testament liest". Der Schauspieler war seit Oktober wegen des Verdachts auf Drogenkonsum im Visier der Polizei. Nach Angaben von Yonhap wurde er wenige Tage vor seinem Tod 19 Stunden lang verhört.

Nach Lees Tod war der Polizei vorgeworfen worden, vertrauliche Details ihrer Ermittlungen weitergegeben zu haben und damit die Berichterstattung in den Mainstream-Medien und in den sozialen Netzwerken befeuert zu haben.

Nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde Lee zwei Drogentests unterzogen, die negativ ausfielen. Demnach gab der Schauspieler selbst an, bewusst "hereingelegt" und um Geldzahlungen erpresst worden zu sein.

In Südkorea, wo sehr strenge Anti-Drogen-Gesetze gelten, war der Imageschaden für Lee enorm. Medienberichten zufolge wurde der Schauspieler wegen der Vorwürfe aus Fernseh- und Werbeprojekten verbannt, ihm sollen demnach Einnahmen in Höhe von umgerechnet sieben Millionen Euro entgangen sein.

M.Wilson--TNT

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