The National Times - Lange Haftstrafen in Revisionsprozess um in Wald misshandelten und getöteten Mann

Lange Haftstrafen in Revisionsprozess um in Wald misshandelten und getöteten Mann


Lange Haftstrafen in Revisionsprozess um in Wald misshandelten und getöteten Mann
Lange Haftstrafen in Revisionsprozess um in Wald misshandelten und getöteten Mann / Foto: © AFP/Archiv

Im Revisionsprozess um einen in einem Wald misshandelten und getöteten Mann hat das Landgericht Bonn zwei Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt. Ein 33-Jähriger soll wegen Körperverletzung mit Todesfolge für sieben Jahre und drei Monate in Haft, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte. Ein 23-Jähriger erhielt wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung eine Jugendstrafe von sechs Jahren.

Textgröße ändern:

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass beide einen 46-Jährigen 2020 in einem Wald im Rhein-Sieg-Kreis misshandelt und getötet hatten. Seine Leiche verbrannten sie anschließend. Die drei kannten einander aus dem Drogen- und Obdachlosenmilieu. Es kam zu einem Streit, wobei der heute 33-Jährige dem Opfer mit einem schweren Ast auf den Kopf schlug.

Der heute 23-Jährige zertrümmerte dem Mann durch mehrere Schläge mit einer Schaufel das Gesicht. Anschließend erdrosselte er ihn mit einem Gürtel und verletzte ihn mit einer abgebrochenen Bierflasche und einem Holzstück. Die Leiche verscharrten beide anschließend in einem ausgetrockneten Bachlauf und zündeten sie an. Anfang August 2020 wurden die Überreste im Wald in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis gefunden.

Bereits im März 2021 verurteilte das Landgericht Bonn den 23-Jährigen zu sechs Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags. Der 33-Jährige wurde damals aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Verteidigung des Verurteilten und die Staatsanwaltschaft gingen jeweils in Revision.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf, weshalb das Verfahren neu aufgerollt werden musste. Es wurde bemängelt, dass die Beweiswürdigung unzureichend und lückenhaft gewesen sei. Bei einer fehlerfreien Beweiswürdigung hätte es zu einer Verurteilung des 33-Jährigen kommen können.

F.Hughes--TNT

Empfohlen

Tennessee: US-Gericht setzt erste Hinrichtung einer Frau seit 200 Jahren aus

Aufschub in letzter Minute: Ein US-Bundesgericht hat am Mittwoch die Hinrichtung der ersten Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die verurteilte Mörderin Christa Pike sollte per Giftspritze hingerichtet werden.

Ärmelkanal-Unglück mit 31 Toten: Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Knapp fünf Jahre nach einem Bootsunglück auf dem Ärmelkanal mit mindestens 31 Toten hat ein Gericht in Paris am Mittwoch 13 Männer zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt. Sechs von ihnen wurden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. Das bislang größte bekannte Bootsunglück von Migranten auf dem Ärmelkanal sei eine "beispiellose Katastrophe, verursacht von einzelnen, die unter Missachtung von Menschenleben von Geldgier getrieben waren", hieß es in der Urteilsbegründung. Ein weiteres Verfahren gegen sieben französische Soldaten, die im Verdacht unterlassener Hilfeleistung stehen, läuft noch.

Milliardenklage nach abgesagter Übernahme von VW durch Porsche scheitert endgültig

17 Jahre nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist eine Musterklage von Anlegern gegen die Autobauer endgültig gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte nach Angaben vom Mittwoch das Urteil des Oberlandesgerichts Celle, das Porsche 2022 Recht gegeben hatte. Es ging in dem Verfahren um die Frage, ob Porsche bei den Informationen für den Kapitalmarkt 2008 verwerflich handelte. (Az. II ZB 21/22)

Mehr als hundert Objekte durchsucht: Bundesweite Razzia in Reinigungsgewerbe

Bei einer großangelegten Razzia im Reinigungsgewerbe sind am Mittwoch mehr als hundert Wohnungen, Unterkünfte, Firmen und Hotels in ganz Deutschland durchsucht worden. Dabei wurden zehn Haftbefehle vollstreckt, wie das Hauptzollamt Berlin mitteilte. Außerdem wurde ein Großteil der zuvor angeordneten Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro vollstreckt.

Textgröße ändern: