The National Times - EU-Abgeordnete stimmen für Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit

EU-Abgeordnete stimmen für Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit


EU-Abgeordnete stimmen für Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit
EU-Abgeordnete stimmen für Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit / Foto: © AFP/Archiv

Produkte aus Zwangsarbeit sollen in der Europäischen Union künftig verboten werden. Die Abgeordneten der Ausschüsse für Außen- und Innenhandel im Europaparlament stimmten am Montagabend in Straßburg für einen Entwurf, nach dem entsprechende Produkte an den EU-Grenzen aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Damit nimmt die EU unter anderem China ins Visier: Westliche Staaten werfen der Volksrepublik die Ausbeutung der muslimischen Minderheit der Uiguren vor.

Textgröße ändern:

"Zwangsarbeit ist eine schwere Menschenrechtsverletzung", erklärte die niederländische Berichterstatterin im Parlament, Samira Rafaela (Liberale). Das Verbot sei "unerlässlich", um Unternehmen den wirtschaftlichen Anreiz zu nehmen, "moderne Sklaverei" in ihrer Lieferkette zuzulassen, fügte sie hinzu.

Die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission sollen demnach Untersuchungen einleiten, wenn sie in der Lieferkette eines Produktes Zwangsarbeit vermuten. Bestätigt sich der Verdacht, sollen Waren an den EU-Grenzen beschlagnahmt werden und vom europäischen Markt zurückgezogen werden.

Der Fokus liege auf Regionen mit staatlicher Zwangsarbeit, erklärte die Vorsitzende des Binnenmarkt-Ausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne). Die Kommission soll dem Parlamentsvorschlag zufolge eine Liste von Regionen und Wirtschaftsbereichen erstellen, in denen das Risiko für Zwangsarbeit besonders hoch ist. Kommt ein Produkt aus einer solchen Region, soll sich die Beweislast umkehren. Unternehmen müssten dann nachweisen, dass es in ihrer Lieferkette keine Zwangsarbeit gibt.

Darunter könnte etwa die chinesische Provinz Xinjiang fallen. China wird in dem Gesetzentwurf zwar nicht namentlich erwähnt. Experten schätzen aber, dass in der mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnte Region mehr als eine Million Menschen in Arbeitslagern inhaftiert sind. Textilfabriken in Xinjiang beliefern nach Angaben von Experten und Menschenrechtsorganisationen auch internationale Firmen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte ein solches Gesetz bereits vor rund zwei Jahren angekündigt. Damals betonte sie: "Menschenrechte sind nicht käuflich – für kein Geld der Welt." Das EU-Parlament muss dem Entwurf nun im Plenum zustimmen, dann geht der Vorschlag in die sogenannten Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament und Mitgliedstaaten.

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Frankreich: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei Schülerprotesten

Bei den teils gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag nach Angaben der Regierung 440 Menschen festgenommen worden, überwiegend Minderjährige. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Textgröße ändern: