The National Times - UN-Sicherheitsrat billigt Eingreiftruppe in Haiti

UN-Sicherheitsrat billigt Eingreiftruppe in Haiti


UN-Sicherheitsrat billigt Eingreiftruppe in Haiti
UN-Sicherheitsrat billigt Eingreiftruppe in Haiti / Foto: © AFP/Archiv

Der UN-Sicherheitsrat hat die Entsendung einer multinationalen Eingreiftruppe in den krisengebeutelten Karibikstaat Haiti gebilligt. Das Gremium stimmte am Montag mit 13 Stimmen und zwei Enthaltungen von China und Russland für eine Mission unter Führung Kenias. Ziel des Einsatzes soll es sein, die Lage in dem von Bandenkriminalität erschütterten Staat zu stabilisieren. Zudem stimmte der Sicherheitsrat für ein allgemeines Kleinwaffen-Embargo für Haiti.

Textgröße ändern:

Die Regierung in Port-au-Prince fordert bereits seit einem Jahr die Entsendung einer Mission. In den vergangenen Wochen hatten die Pläne für die Eingreiftruppe immer mehr Gestalt angenommen. Kenia hatte sich bereit erklärt, 1000 Mann zu entsenden und die Truppe anzuführen. Auch Jamaika, die Bahamas und Antigua erklärten sich zur Teilnahme an der Mission bereit, die USA stellten finanzielle Unterstützung in Höhe von 100 Millionen Dollar in Aussicht.

Die am Montag verabschiedete Resolution bestätigt die Einrichtung einer "multinationalen Sicherheitsunterstützungsmission", bei der es sich offiziell nicht um eine UN-Truppe handelt. Sie wurde zunächst für einen Zeitraum von zwölf Monaten gebilligt, nach neun Monaten soll es eine Überprüfung geben.

Der haitianische Außenminister Jean Victor Généus sprach von der Resolution als "Hoffnungsschimmer für die Menschen, die schon zu lange unter den Folgen einer schwierigen, sozioökonomischen, sicherheitspolitische und humanitären Situation leiden".

Es handele sich nur um den ersten Schritt, sagte ihrerseits die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield. Jetzt beginne die Arbeit, um die Mission in Gang zu bringen.

Der Resolution zufolge soll die Truppe der haitianischen Nationalpolizei "operative Unterstützung" bieten. Auch sollen die Bedingungen für Wahlen in dem Inselstaat geschaffen werden - seit 2016 gab es in Haiti keine Wahlen mehr.

Der Karibikstaat Haiti leidet seit Jahren unter einer humanitären Krise, zu der neben Bandengewalt auch politische Instabilität und wirtschaftliche Stagnation beitragen. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen in dem Land UN-Angaben zufolge verdoppelt. Die Ermordung von Präsident Jovenel Moise im Jahr 2021 verschlimmerte die Sicherheitslage dramatisch.

T.Ward--TNT

Empfohlen

Frankreich: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei Schülerprotesten

Bei den teils gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag nach Angaben der Regierung 440 Menschen festgenommen worden, überwiegend Minderjährige. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Textgröße ändern: