The National Times - Papst warnt bei historischem Besuch in Mongolei vor Korruption und Umweltschäden

Papst warnt bei historischem Besuch in Mongolei vor Korruption und Umweltschäden


Papst warnt bei historischem Besuch in Mongolei vor Korruption und Umweltschäden
Papst warnt bei historischem Besuch in Mongolei vor Korruption und Umweltschäden / Foto: © AFP

Bei einem historischen Besuch in der Mongolei hat Papst Franziskus die reiche Kultur des Landes gewürdigt und zugleich die dortige junge Demokratie vor den Gefahren von Korruption und Umweltzerstörung gewarnt. Religion könne "ein Schutz gegen die heimtückische Bedrohung der Korruption sein", sagte Franziskus am Samstag in der Hauptstadt Ulan Bator. Es ist der erste Besuch eines Papstes in dem mehrheitlich buddhistischen Land mit einer nur kleinen katholischen Minderheit.

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Korruption und Umweltzerstörung zählen zu den größten Herausforderungen in dem zwischen Russland und China gelegenen zentralasiatischen Staat. Ulan Bator gehört zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luftqualität. Weite Teile des Staatsgebiets sind aufgrund des Klimawandels, der Überweidung und des Bergbaus von der Wüstenbildung bedroht.

Der 86-jährige Papst beschrieb sich einer Rede als "Pilger der Freundschaft" und lobte die Tugenden des Landes, einschließlich seiner "Viehzüchter und Bauern, die das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems respektieren".

Zuvor war der Pontifex vom mongolischen Präsidenten Ukhnaa Khurelsukh vor dem Staatspalast empfangen worden. Der Präsident trug ein traditionelles Gewand und schritt vor einer Bronzestatue des legendären mongolischen Herrschers Dschingis Khan eine Treppe herunter.

Tausende Gläubige versammelten sich auf dem Sukhbaatar Platz, um einen Blick auf das Kirchenoberhaupt zu werfen. Einige von ihnen riefen auf Italienisch "Viva il Papa!" ("Es lebe der Papst!".

Unter den Scharen von Pilgern befanden sich auch viele Menschen aus anderen zentralasiatischen Ländern, die während der Willkommenszeremonie die Flaggen ihrer Länder schwenkten. Eine Frau aus China sagte der Nachrichtenagentur AFP, den Papst zu sehen, sei "im Grunde so, als würde man Jesus sehen".

Paul Leung, ein Priester aus Hongkong, der seit 17 Jahren in der Mongolei arbeitet, betonte, niemand habe damit gerechnet, dass der Papst in die Mongolei reisen würde - "ein Land mit einer so kleinen Gemeinschaft von Katholiken".

Die Zahl der Katholiken wird in der mehrheitlich buddhistischen Mongolei auf rund 1400 geschätzt. Es handelt sich um eine der weltweit kleinsten katholischen Gemeinden mit nur 25 Priestern und 33 Nonnen. Der Besuch des Pontifex wird als Geste der Unterstützung für diese Gemeinde gesehen.

Gleichzeitig scheint der Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts in dem entlegenen zentralasiatischen Land auch ein Versuch des Vatikans zu sein, die Tür zu der Großregion - darunter China - offen zu halten.

Bei einer Ansprache vor Gläubigen in der St.-Peter-und-Paul-Kathedrale betonte der Pontifex, die Regierungen hätten von der Kirche "nichts zu befürchten". "Sie verfolgt keine politische Agenda, sondern wird von der stillen Kraft der Gnade Gottes und einer Botschaft der Barmherzigkeit und Wahrheit getragen, die das Wohl aller fördern soll", sagte Franziskus.

China und der Heilige Stuhl unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Die Kommunistische Partei ist offiziell atheistisch und übt eine strenge Kontrolle über alle anerkannten religiösen Institutionen aus. Der Vatikan erneuerte jedoch im vergangenen Jahr ein Abkommen mit Peking, das beiden Seiten ein Mitspracherecht bei der Ernennung von Bischöfen in China einräumt.

Auf seinem Flug in die Mongolei hatte Franziskus in einer Botschaft "gute Wünsche" an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping übermittelt, was ebenfalls als Annäherung gewertet wird.

Papst Franziskus hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 bereits mehr als 40 Auslandsreisen absolviert und dabei rund 60 Länder besucht. In der Mongolei will der Pontifex am Sonntag bei einem interreligiösen Treffen sprechen. Zudem ist eine Messe in einem neu gebauten Eishockey-Stadion geplant.

A.M.James--TNT

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