The National Times - Evangelische Kirche verzeichnet Mitgliederschwund von zweieinhalb Prozent

Evangelische Kirche verzeichnet Mitgliederschwund von zweieinhalb Prozent


Evangelische Kirche verzeichnet Mitgliederschwund von zweieinhalb Prozent
Evangelische Kirche verzeichnet Mitgliederschwund von zweieinhalb Prozent

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat im vergangenen Jahr einen Mitgliederschwund von zweieinhalb Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Am Jahresende 2021 hätten noch 19,7 Millionen Menschen einer der 20 Gliedkirchen angehört, teilte die EKD am Mittwoch in Hannover mit. Ursachen für den Rückgang seien die hohe Zahl von 360.000 Todesfällen im Coronajahr und 280.000 Kirchenaustritte gewesen.

Textgröße ändern:

Es habe zwar auch 115.000 evangelische Taufen und damit deutlich mehr als im ersten Coronajahr 2020 gegeben, die Zahl der Taufen habe aber längst nicht das Niveau von vor der Coronakrise erreicht, hieß es weiter. 18.000 Menschen seien zudem neu in die Kirche aufgenommen worden. Im Jahr 2020 hatte die evangelische Kirche 220.000 Austritte gezählt.

"Zwar hängt die Ausstrahlungskraft einer Kirche nicht allein an der Zahl der Mitglieder, die ihr formal angehören, trotzdem werden wir sinkende Mitgliederzahlen und anhaltend hohe Austrittszahlen nicht als gottgegeben hinnehmen, sondern dort, wo es möglich ist, entschieden gegensteuern", erklärte die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus.

Dazu sollten in diesem Jahr "gezielte Taufinitiativen" beitragen. Viele Landeskirchen machten derzeit besondere Taufangebote für Familien, die in der Pandemie keine Taufe hätten feiern können.

Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD erforschte außerdem die Ursachen für Kirchenaustritte seit 2018. Nur eine Minderheit der Befragten habe einen konkreten Anlass dazu gehabt, teilte die EKD mit. Bei den vormals evangelischen Christen seien dies nur 24 Prozent gewesen, bei den Katholiken 37 Prozent.

"Es ist davon auszugehen, dass Skandale zur Austrittsspitze 2019 beigetragen haben, insbesondere bei den vormals Katholischen", erklärte die Soziologin Petra-Angela Ahrens, die die Studie erstellte. In erster Linie vollziehe sich der Austritt jedoch als Prozess, der häufig schon mit einer fehlenden religiösen Sozialisation beginne.

Eine empfundene "persönliche Irrelevanz" von Religion und Kirche sei ein wichtiger Faktor. In diesem Zusammenhang werde gerade bei den vormals Evangelischen auch die Ersparnis der Kirchensteuer als Grund angeführt, dem hätten 71 Prozent zugestimmt.

Die EKD startete nun "Zukunfts- und Reformprozesse", um sich attraktiver zu machen. "Dabei geht es um nichts Geringeres, als mit unseren grundlegenden Werten eine Welt in Frieden und Freiheit mitzugestalten", erklärte Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode.

P.Johnston--TNT

Empfohlen

Entscheidung in Tschechien über Auslieferung von deutscher Rechtsextremistin vertagt

Im Fall der derzeit in Tschechien inhaftierten Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist die Verhandlung über deren Auslieferung nach Deutschland auf den 1. Juni vertagt worden. Die Vertagung böte dem zuständigen Richter ausreichend Zeit, auf eine Stellungnahme der Angeklagten zu reagieren, erklärte ein Sprecher des Landgerichts in Pilsen am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Liebich bleibe jedoch weiterhin in der Stadt in Haft.

Mit Kindern nach Syrien gereist: Vier Jahre Haft für IS-Rückkehrerin in München

Eine IS-Rückkehrerin ist in München zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München sprach die 37-Jährige unter anderem wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Montag mitteilte. Laut Urteilsfeststellungen war sie 2014 mit ihren drei minderjährigen Kindern nach Syrien gereist, um sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen und ihrem bereits dort lebenden Ehemann zu folgen.

Bundesverfassungsgericht verhandelt im Juli über bayerisches Polizeiaufgabengesetz

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt Anfang Juli über das bereits mehrfach geänderte und seit Jahren umstrittene bayerische Polizeiaufgabengesetz. Die mündliche Verhandlung wurde für den 7. und den 8. Juli angesetzt, wie das Gericht am Montag in Karlsruhe mitteilte. Es geht demnach um eine sogenannte abstrakte Normenkontrolle sowie eine Verfassungsbeschwerde, die sich gegen zahlreiche Einzelvorschriften des Gesetzes richten. Mit dem Urteil ist zunächst nicht zu rechnen, es folgt üblicherweise später.

UNO: Israel muss Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords im Gazastreifen ergreifen

Die Vereinten Nationen haben Israel aufgerufen, Maßnahmen zur Verhinderung eines Völkermords im Gazastreifen zu ergreifen. Israels militärisches Vorgehen in dem Palästinensergebiet seit Oktober 2023 beinhalte "grobe Verstöße" gegen das Völkerrecht, erklärte das UN-Menschenrechtsbüro in einem am Montag veröffentlichten Bericht. In vielen Fällen seien "Kriegsverbrechen und andere Gräueltaten" begangen worden.

Textgröße ändern: