The National Times - Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund bei Union und FDP am niedrigsten

Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund bei Union und FDP am niedrigsten


Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund bei Union und FDP am niedrigsten
Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund bei Union und FDP am niedrigsten / Foto: © AFP/Archiv

Der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund hat seit 1990 deutlich zugenommen - beim Blick auf die Parteien und die Bundesländer zeigen sich aber deutliche Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Mediendienstes Integration. Insgesamt hatten Ende 2021 demnach 83 Bundestagsabgeordnete (11,3 Prozent) einen Migrationshintergrund. In den Landtagen waren es 136 Parlamentarier, ihr Anteil betrug 7,2 Prozent.

Textgröße ändern:

Die Union, die FDP und die AfD stellen der Studie zufolge anteilig die wenigsten Abgeordneten mit Einwanderungsgeschichte. So haben lediglich 2,1 Prozent der Abgeordneten von CDU und CSU in den Landtagen einen Migrationshintergrund. Im Bundestag waren es 4,1 Prozent. Bei der FDP waren es 3,1 Prozent (Landtage) und 5,4 Prozent (Bundestag). Die Zahlen der AfD lagen knapp darüber.

Weit höher fielen die Werte bei Linken, SPD und Grünen aus. Der Anteil unter den Linken-Abgeordneten im Bundestag betrug laut der Studie mehr als 28 Prozent und in den Landesparlamenten gut zehn Prozent. Bei den Grünen lag der Anteil der Abgeordneten mit Migrationshintergrund in den Landesparlamenten bei fast 16 Prozent und im Bundestag bei gut 14 Prozent. Bei der SPD lag der Wert bei 9,8 Prozent in den Landtagen und 17 Prozent im Bundestag.

Große Unterschiede stellten die Forscher auch mit Blick auf die verschiedenen Bundesländer fest. Besonders die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen haben demnach einen hohen Anteil an Abgeordneten mit Migrationshintergrund. Wenige Abgeordnete mit Migrationshintergrund gibt es in den ostdeutschen Bundesländern, im Saarland hatte Ende 2021 gar kein Abgeordneter eine Einwanderungsbiografie.

Mit Blick auf die ostdeutschen Bundesländer verwiesen die Forscher aber zugleich auf den vergleichsweise niedrigen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung, der in anderen Bundesländern deutlich höher sei. In diese Hinsicht schneiden der Studie zufolge Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Hessen und Bayern besonders schlecht bei der parlamentarischen Vertretung ab - hier gebe es eine deutliche "Repräsentationslücke".

Ein weiterer Befund der Studie lautete, dass insbesondere unter weiblichen Abgeordneten Frauen mit Migrationshintergrund besonders häufig vertreten sind. Im Durchschnitt liege der Frauenanteil unter den Abgeordneten mit Migrationshintergrund zehn Prozentpunkte über dem Frauenanteil aller Abgeordneten. Hierzu trügen CDU/CSU und die Linke überproportional bei.

S.Mitchell--TNT

Empfohlen

Deutsche Bischöfe beraten nach Landeswahlen über Demokratie in Deutschland

Im hessischen Fulda beginnt am Montag (14.30 Uhr) die viertägige Herbstvollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die mehr als 60 Bischöfe und Weihbischöfe beraten dort nach den zurückliegenden Landeswahlen auch über die Demokratie in Deutschland. Der Konferenzvorsitzende Heiner Wilmer aus Münster warnte vor den Urnengängen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor einer Wahl der AfD gewählt - diese gewann aber in den beiden Flächenländern.

Bundesverfassungsgericht wird 75 Jahre alt - Festakt mit Steinmeier und Merz

Zum 75. Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts findet am Montag (11.00 Uhr) in Karlsruhe ein Festakt statt. Dazu werden in der Stadthalle neben Gerichtspräsident Stephan Harbarth und Vizepräsidentin Ann-Katrin Kaufhold auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Die Stadt beteiligt sich außerdem mit Kunstaktionen auf dem Platz der Grundrechte in der Nähe des Gerichtsgebäudes.

Papst Leo XIV. sichert Missbrauchsopfern bei Treffen seinen Einsatz zu

Papst Leo XIV. hat Opfern sexueller Gewalt in der Kirche seinen Einsatz zugesagt, um weitere Fälle zu verhindern. Der Papst wolle mit ihnen zusammenarbeiten und "alles tun, damit das Unrecht, das sie erlitten haben, sich für andere nicht wiederholt", teilte der Vatikan am Sonntagabend mit.

Papst kritisiert Sterbehilfe: "Nicht alles, was legal ist, ist moralisch"

Papst Leo XIV. hat die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe scharf kritisiert. "Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen", sagte der Papst am Sonntag bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. "Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar", fügte er hinzu. Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.

Textgröße ändern: