The National Times - Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit

Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit


Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit
Tatverdächtiger attackierte Einsatzkräfte in Ratingen mit brennbarer Flüssigkeit / Foto: © AFP

Nach der Explosion in einem Hochhaus im nordrhein-westfälischen Ratingen gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat des 57 Jahre alten Verdächtigen aus. Der Mann habe den Einsatzkräften vor seiner Wohnung eine brennende Flüssigkeit entgegengeschleudert, wie Polizeiführer Dietmar Henning vom Polizeipräsidium Düsseldorf am Freitag sagte. Das Motiv des Angriffs ist den Ermittlern zufolge noch nicht abschließend geklärt.

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Bei dem Einsatz am Donnerstag wurden den Angaben zufolge insgesamt 33 Menschen verletzt, darunter sind zwei lebensgefährlich verletzte Polizeibeamte sowie vier schwer- und drei lebensgefährlich verletzte Feuerwehrleute. Zudem wurden 22 SEK-Beamte leicht verletzt, bei den meisten davon bestand ein Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Auch ein Hausmeister und der Tatverdächtige selbst wurden leicht verletzt.

Nach Angaben der Einsatzleiterin Heike Schultz handelte es sich bei der auf die Einsatzkräfte geworfenen Flüssigkeit um Benzin. Zudem bestehe der Verdacht, dass auch eine ätzende Flüssigkeit oder Gase zum Einsatz kamen.

Schultz zufolge handelte es sich um "einen gezielten Angriff", der "seit mindestens mehreren Tagen durchdacht" worden war. Darauf lasse die brennbare Flüssigkeit schließen, zudem sei die Wohnungstür mit Mineralwasserkästen verbarrikadiert gewesen.

Das Motiv war demnach noch Gegenstand der Ermittlungen. Den Angaben zufolge sollte gegen den 57-jährigen Tatverdächtigen in der vergangenen Woche ein Haftbefehl wegen nicht gezahlter Bußgelder vollstreckt werden. Es habe niemand die Wohnung geöffnet.

Der Haftbefehl sei aber nicht Anlass für den Einsatz am Donnerstag gewesen. Es gebe zudem Hinweise, dass der Mann ein Corona-Leugner sei, sagte der Landrat von Mettmann, Thomas Hendele (CDU). Ob darin ein Motiv zu suchen sei, werde ebenfalls ermittelt.

Die Rettungskräfte waren am Donnerstagvormittag von einer Wohnungsgenossenschaft zu der Wohnung im zehnten Stock in dem Hochhaus in Ratingen-West gerufen worden. Wegen eines überquellenden Briefkastens wurde vermutet, dass sich eine hilflose Person in der Wohnung befinden könnte.

Als die Einsatzkräfte an der Wohnung eintrafen, gab es demnach eine Explosion beziehungsweise eine Verpuffung. Ein "Feuerball" sei Richtung Flur gezogen und habe alle dort stehenden Einsatzkräfte erfasst, sagte René Schubert, Leiter der Feuerwehr Ratingen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, der Angriff gegen die Einsatzkräfte mache sie "fassungslos und wütend".

Der Tatverdächtige wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Bislang habe er sich nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes in neun tateinheitlichen Fällen. Staatsanwältin Laura Neumann sagte, derzeit gelte der Tatverdächtige als schuldfähig, es solle aber noch ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.

Der Tatverdächtige lebte demnach eher zurückgezogen in der Wohnung. Bei der am Donnerstag dort aufgefundenen Leiche handelte es sich vermutlich um seine 1932 geborene Mutter. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau schon einige Wochen tot war. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Bei der Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte im Keller eine Schreckschusswaffe, mehrere Messer und Dolche. In der Wohnung habe der Tatverdächtige, der den Ermittlungen zufolge der sogenannten Prepper-Szene angehörte, außerdem Vorräte gehortet. Er sei auch keiner geregelten Arbeit nachgegangen. Der 57-Jährige fiel in der Vergangenheit in drei Fällen wegen Körperverletzungen auf. Er wurde dafür zu Geldstrafen verurteilt.

Den Ermittlern zufolge wurde in einer anderen Wohnung des Hochhauses ein Toter gefunden. Es wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um zu untersuchen, ob ein Zusammenhang mit dem Einsatz besteht.

C.Blake--TNT

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