The National Times - Kämpfe im Sudan gehen auch zum Zuckerfest weiter

Kämpfe im Sudan gehen auch zum Zuckerfest weiter


Kämpfe im Sudan gehen auch zum Zuckerfest weiter
Kämpfe im Sudan gehen auch zum Zuckerfest weiter / Foto: © AFP

Ungeachtet aller internationalen Aufrufe zu einem dreitägigen Waffenstillstand haben Armee und Paramilitärs im Sudan ihre Kämpfe auch an Aid al-Fitr, dem Fest zum Ende des Ramadan, fortgesetzt. Die gesamte Nacht zum Freitag und auch am Morgen wurde die Hauptstadt Khartum von Schüssen und Luftangriffen erschüttert. Nach Angaben des sudanesischen Ärzte-Komitees stieg die Zahl der Opfer auf über 330 Tote und 3300 Verletzte.

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Noch am Donnerstag hatten unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres und US-Außenminister Antony Blinken zu einer dreitägigen Feuerpause aufgerufen. Eine Waffenruhe zum sogenannten Zuckerfest (Aid al-Fitr), mit dem Muslime in aller Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern, müsse eine "erste Etappe" sein und einen dauerhaften Waffenstillstand ermöglichen.

Während sich die Miliz RSF zu einer 72-stündigen Waffenruhe ab Freitag 06.00 Uhr (MESZ) bereit erklärte, äußerte sich die Armee nicht. Stattdessen trat Armeechef und De-facto-Machthaber Abdel Fattah al-Burhan erstmals seit Beginn der Kämpfe wieder im Fernsehen auf.

In einer Ansprache zum Zuckerfest sagte al-Burhan, statt Freude herrsche "Zerstörung und Verzweiflung" im Land. "Wir hoffen, dass wir aus dieser Prüfung geeinter hervorgehen werden", sagte er und sprach dabei von "einer einzigen Armee und einem einzigen Volk (...) auf dem Weg zu einer zivilen Regierung".

Die nun schon seit vergangenem Samstag andauernden Kämpfe sind das Ergebnis eines tiefen Risses zwischen der Armee und der RSF, die 2013 von dem Langzeit-Herrscher Omar al-Baschir gegründet worden war. Armeechef al-Burhan und RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo waren seit der Machtübernahme 2019 Verbündete.

Von den Kämpfen ist vor allem die Hauptstadt Khartum betroffen. Die meisten ihrer fünf Millionen Einwohner haben sich zu Hause verbarrikadiert; sie haben keinen Strom und kaum noch Lebensmittel, zudem waren die Kommunikationswege am Freitag stark gestört. Zwischen 10.000 und 20.000 Menschen sind UN-Angaben zufolge in den vergangenen Tagen in den benachbarten Tschad geflohen.

Experten des Forschungszentrums International Crisis Group (ICG) warnen unterdessen, dass sich die Lage weiter verschlimmern könnte. Da beide Seiten nicht bereit seien einzulenken, könnten sich die Kämpfe zu einem "lang anhaltenden Konflikt" oder gar einem Bürgerkrieg ausweiten, warnte die ICG. Dieser könnte auch zur Destabilisierung der Nachbarländer Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, Libyen und Südsudan führen.

P.Murphy--TNT

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