The National Times - Verfassungsschutzbericht: Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr für Brandenburg

Verfassungsschutzbericht: Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr für Brandenburg


Verfassungsschutzbericht: Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr für Brandenburg
Verfassungsschutzbericht: Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr für Brandenburg / Foto: © AFP/Archiv

Der Rechtsextremismus bleibt in Brandenburg die größte Gefahr. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht 2022 hervor, wie das Landesinnenministerium in Potsdam am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Linksextremisten sei dagegen deutlich gesunken.

Textgröße ändern:

Das sogenannte Personenpotenzial im Bereich Rechtsextremismus bezifferte der Bericht auf 2855 und somit 25 Menschen mehr als im Vorjahr. 1260 von ihnen gälten als gewaltorientiert, die Zahl entsprechender Gewaltstraftaten sei aber um 18 auf 90 gefallen.

Der linksextremen Szene hätten dagegen 100 Menschen weniger angehört, insgesamt noch 530. Islamistische Extremisten wurden 210 im Land gezählt, ebenso viele wie 2021. Zudem gebe es 80 auslandsbezogene Extremisten, darunter vor allem Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

"Von Rechtsextremisten geht weiterhin die größte Gefahr für unsere Demokratie aus", erklärte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU). Dabei bildeten der rechtsextremistische Verdachtsfall AfD zusammen mit dem rechtsextremen Magazin "Compact" und dem rechtsextremen Verein Zukunft Heimat eine "verfassungsfeindliche, politisch-mediale Formation".

Die Gesellschaft solle "ideologisch durchdrungen und schließlich fundamental umgestaltet" werden, führte Stübgen aus. "Das Herzstück dieses Netzwerks ist schon aufgrund ihrer Größe die AfD." Was von dort ausgehe, befeure die "sich ständig radikalisierende Szene der 'Reichsbürger und Selbstverwalter' sowie die der Delegitimierer".

Der Ukraine-Krieg habe gerade die Akteure der verfassungsfeindlichen politisch-medialen Formation regelrecht elektrisiert, erklärte der Leiter des brandenburgischen Verfassungsschutzes, Jörg Müller. "Nicht, weil sie mit den Ukrainern mitfühlen - vielmehr hofften sie darauf, dass der Krieg zu ökonomischen Verwerfungen in Deutschland führt." Diese hätten sie dann politisch anfachen wollen. Es sei aber bei "zahlreichen, teilweise krampfhaften Versuchen" geblieben.

Müller warnte außerdem vor russischer Spionage. "Natürlich setzen die russischen Dienste jetzt erst recht alles daran, mit Spionage gegen Einrichtungen und Personen an sensible Informationen zu gelangen", erklärte er. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und zwei Bundesministerinnen kämen aus Brandenburg, im Raum Potsdam befänden sich das Präsidium der Bundespolizei und das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. "Wir müssen uns darauf einstellen, Angriffsziel zu sein", erklärte Müller.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Papst kritisiert Sterbehilfe: "Nicht alles, was legal ist, ist moralisch"

Papst Leo XIV. hat die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe scharf kritisiert. "Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen", sagte der Papst am Sonntag bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. "Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar", fügte er hinzu. Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.

Reisebus kommt von Autobahn ab: Zwei Tote und mehrere Schwerverletzte in Bayern

Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn 96 in Oberbayern sind zwei Passagiere getötet und mehrere weitere schwer verletzt worden. Das mit 35 Menschen besetzte Fahrzeug kam am Sonntagmorgen bei Landsberg am Lech von der Autobahn ab und kippte auf die Seite, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Gegen den 40-jährigen Busfahrer wurde ein Verfahren wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr eingeleitet.

Tödliche Attacke auf Frau in Hessen: Ehemann nach Großfahndung gefasst

Im hessischen Obertshausen ist eine 51-Jährige bei einer mutmaßlich von ihrem Ehemann verübten Attacke tödlich verletzt worden. Einsatzkräfte nahmen den zunächst flüchtigen 57-Jährigen noch in der Nacht zu Sonntag nach einer Großfahndung im nahegelegenen Klein-Krotzenburg fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Offenbach mitteilten. Er leistete demnach keinen Widerstand.

Papst Leo XIV. in Frankreich: Große Messen und Gespräch mit Missbrauchsopfern

Messfeiern im Großformat und persönliche Treffen mit Missbrauchsopfern: Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Frankreich viel Zuspruch erhalten und zugleich Missstände innerhalb der katholischen Kirche thematisiert. Nach einem begeisterten Empfang des Papstes in Paris, wo am Samstag 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde und den Champs-Elysées kamen, sprach Leo XIV. am Sonntag im Pilgerort Lourdes die "schmerzhafte Wunde" des Missbrauchs in Pfarreien und katholischen Schulen an.

Textgröße ändern: