The National Times - Letzter Ankläger der Nürnberger Prozesse gestorben

Letzter Ankläger der Nürnberger Prozesse gestorben


Letzter Ankläger der Nürnberger Prozesse gestorben
Letzter Ankläger der Nürnberger Prozesse gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Der letzte noch lebende Ankläger der Nürnberger Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher, Benjamin Ferencz, ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Das sagte sein Sohn Donald Ferencz am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

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Der US-Jurist war nach dem Zweiten Weltkrieg Ermittler von Nazi-Kriegsverbrechen und diente im Alter von 27 Jahren als Chefankläger der US-Armee im sogenannten Einsatzgruppen-Prozess, einem der zwölf Nachfolgeverfahren des Nürnberger Prozesses gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher. Die NS-Einsatzgruppen waren für die Ermordung von mehr als einer Million Menschen, vor allem Juden, verantwortlich. Von den 22 Verurteilten in dem Prozess wurden vier hingerichtet. Später trug Ferencz entscheidend zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs bei.

"Bens unerschütterliches Streben nach einer friedlicheren und gerechteren Welt erstreckte sich über fast acht Jahrzehnte und prägte für immer die Art und Weise, wie wir auf die schlimmsten Verbrechen der Menschheit reagieren", erklärte die Direktorin des Holocaust-Museums in Washington, Sara Bloomfield.

Ferencz wurde 1920 in einem Dorf im damals noch ungarischen Siebenbürgen als Sohn jüdischer Eltern geboren. Kurze Zeit später emigrierte die Familie in die USA. Ferencz machte 1943 seinen Jura-Abschluss an der renommierten Harvard-Universität.

Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der US-Armee. Er reiste unter anderem in die befreiten NS-Konzentrationslager, um Beweise für die dort begangenen Gräueltaten zu sammeln. "Ich werde nie den tödlichen Anblick der Krematorien vergessen können (...) und die ausgemergelten Körper, die wie Brennholz aufgestapelt waren", schrieb Ferencz in einem 1988 veröffentlichten Buch.

A.M.James--TNT

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