The National Times - Halle-Attentäter benutzte bei Geiselnahme in JVA schussfähigen Gegenstand

Halle-Attentäter benutzte bei Geiselnahme in JVA schussfähigen Gegenstand


Halle-Attentäter benutzte bei Geiselnahme in JVA schussfähigen Gegenstand
Halle-Attentäter benutzte bei Geiselnahme in JVA schussfähigen Gegenstand / Foto: © AFP/Archiv

Bei seiner Geiselnahme in der Haftanstalt Burg in Sachsen-Anhalt im vergangenen Dezember bedrohte der Halle-Attentäter Stephan B. Justizbeamte mit einem schussfähigen, waffenähnlichen Gegenstand. Das ergaben Untersuchungen des Bundeskriminalamts (BKA), wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg am Donnerstag mitteilte. Es handelte sich demnach um eine "selbst gebastelte, manuelle Apparatur, die geeignet war, leichte Geschosse abzugeben".

Textgröße ändern:

Der waffenähnliche Gegenstand bestand den Angaben zufolge hauptsächlich aus Bauteilen eines Tackers, einem Holzstift, Drähten und aus einem kleinen Metallrohr, das als Lauf diente. Im Lauf fanden die Experten Teile einer Patrone, die offenbar ebenfalls aus Alltagsgegenständen zusammengesetzt war, unter anderem dem Druckknopf eines Kugelschreibers. Am Griffstück war ein Batteriepack mit handelsüblichen Batterien befestigt.

In einem Schussexperiment traf das Projektil laut BKA aus 20 Zentimetern Entfernung mit einer Energie von 0,4 Joule auf. Im Vergleich dazu beträgt die kinetische Energie des Projektils bei einem Luftgewehr bis zu 7,5 Joule. "Als schussfähiger, waffenähnlicher Gegenstand dürfte die Apparatur dem Waffengesetz unterfallen", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Der wegen des Angriffs auf die Synagoge in Halle und zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilte Stephan B. hatte Mitte Dezember in der Haftanstalt Burg zeitweise zwei Justizbeamte als Geiseln genommen. Er bedrohte die Beamten, um aus der JVA zu entkommen. Er wurde damals von anderen Justizbeamten noch im Innenbereich der Haftanstalt überwältigt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermittelt in der Sache. Deren strafrechtliche Beurteilung werde derzeit abgeschlossen, erklärte die Behörde. B. sitzt seit dem Vorfall in Burg in einer anderen Haftanstalt.

Der rechtsextreme B. hatte am 9. Oktober 2019 versucht, die Synagoge in Halle zu stürmen und am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, die versammelten Gemeindemitglieder zu erschießen. Der Anschlag scheiterte an der gesicherten Synagogentür und an Ladehemmungen der von B. selbstgebauten Waffen. Im Anschluss erschoss er zwei Menschen in der Stadt. Bei seiner Verurteilung wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Papst kritisiert Sterbehilfe: "Nicht alles, was legal ist, ist moralisch"

Papst Leo XIV. hat die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe scharf kritisiert. "Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen", sagte der Papst am Sonntag bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen im Pilgerort Lourdes. "Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch vertretbar", fügte er hinzu. Die Medizin dürfe sich niemals zum Gehilfen eines programmierten Todes machen.

Reisebus kommt von Autobahn ab: Zwei Tote und mehrere Schwerverletzte in Bayern

Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der Autobahn 96 in Oberbayern sind zwei Passagiere getötet und mehrere weitere schwer verletzt worden. Das mit 35 Menschen besetzte Fahrzeug kam am Sonntagmorgen bei Landsberg am Lech von der Autobahn ab und kippte auf die Seite, wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte. Gegen den 40-jährigen Busfahrer wurde ein Verfahren wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr eingeleitet.

Tödliche Attacke auf Frau in Hessen: Ehemann nach Großfahndung gefasst

Im hessischen Obertshausen ist eine 51-Jährige bei einer mutmaßlich von ihrem Ehemann verübten Attacke tödlich verletzt worden. Einsatzkräfte nahmen den zunächst flüchtigen 57-Jährigen noch in der Nacht zu Sonntag nach einer Großfahndung im nahegelegenen Klein-Krotzenburg fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Offenbach mitteilten. Er leistete demnach keinen Widerstand.

Papst Leo XIV. in Frankreich: Große Messen und Gespräch mit Missbrauchsopfern

Messfeiern im Großformat und persönliche Treffen mit Missbrauchsopfern: Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Frankreich viel Zuspruch erhalten und zugleich Missstände innerhalb der katholischen Kirche thematisiert. Nach einem begeisterten Empfang des Papstes in Paris, wo am Samstag 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde und den Champs-Elysées kamen, sprach Leo XIV. am Sonntag im Pilgerort Lourdes die "schmerzhafte Wunde" des Missbrauchs in Pfarreien und katholischen Schulen an.

Textgröße ändern: