The National Times - Kosovos Ex-Präsident plädiert in Prozess um Kriegsverbrechen auf nicht schuldig

Kosovos Ex-Präsident plädiert in Prozess um Kriegsverbrechen auf nicht schuldig


Kosovos Ex-Präsident plädiert in Prozess um Kriegsverbrechen auf nicht schuldig
Kosovos Ex-Präsident plädiert in Prozess um Kriegsverbrechen auf nicht schuldig / Foto: © ANP/AFP

Zum Auftakt des Kriegsverbrecher-Prozesses gegen den kosovarischen Ex-Präsidenten Hashim Thaci vor dem Sondertribunal in Den Haag hat dieser die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin vollauf nicht schuldig", sagte Thaci am Montag in Den Haag. Ihm und drei weiteren früheren Kommandeuren der Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) werden Morde, Verschleppung, Verfolgung und Folter während des Kosovo-Kriegs vorgeworfen.

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Alle vier Angeklagten wiesen die insgesamt zehn Anklagepunkte für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zurück.

Das 2015 eingerichtete Sondertribunal befasst sich speziell mit Verbrechen, die während des Kosovo-Kriegs von 1998 bis 1999 begangen wurden. Damals kämpften UCK-Rebellen und serbische Kräfte unter Führung des damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic um die Kontrolle des Landes. Mehr als 13.000 Menschen wurden im Laufe des Kriegs getötet. 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien. Die Regierung in Belgrad betrachtet es jedoch nach wie vor als serbische Provinz.

Thaci und andere UCK-Kämpfer wurden in ihrer Heimat als Guerilla-Helden gefeiert. Die Staatsanwälte sprachen am Montag in Den Haag jedoch von einer "dunklen Seite" der UCK-Führung, die eine "klare und ausdrückliche Strategie hatte, Kollaborateure und vermeintliche Verräter, darunter politische Gegner, ins Visier zu nehmen".

Die Opfer seien oft nur wegen einer Verbindung zu Serbien Ziel der UCK geworden, hieß es. In ihrem "Eifer", Gegner zu "eliminieren", seien hauptsächlich ethnische Albaner zu Opfern geworden sowie einige Serben und Roma, sagten die Staatsanwälte. Die von den Angeklagten vorangetriebene Strategie habe zur "Inhaftierung, Misshandlung, Folter und manchmal zum Tod" der Gegner geführt, sagte Chefankläger Alex Whiting.

"Wir beabsichtigen, hunderte Internierungen im ganzen Kosovo" sowie "mehr als hundert Morde zu beweisen", führte er aus. Die Methoden der UCK waren demnach "kein Geheimnis", sondern wurden von der Gruppe öffentlich befürwortet. Die Botschaft, dass politische Gegner eine existenzielle Bedrohung für die UCK und den Kosovo darstellten sei "wieder und wieder aufgesagt" worden.

In der kosovarischen Hauptstadt Pristina demonstrierten am Sonntag tausende Menschen, um Thaci zu unterstützen. Dieser war 2020 als Präsident zurückgetreten und hatte sich dem Gericht gestellt. Dutzende Thaci-Anhänger versammelten sich zum Prozessbeginn am Montag mit rot-schwarzen Flaggen in Den Haag.

F.Hammond--TNT

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