The National Times - Urteil nach Tankstellenmord wegen Maskenstreits in Idar-Oberstein rechtskräftig

Urteil nach Tankstellenmord wegen Maskenstreits in Idar-Oberstein rechtskräftig


Urteil nach Tankstellenmord wegen Maskenstreits in Idar-Oberstein rechtskräftig
Urteil nach Tankstellenmord wegen Maskenstreits in Idar-Oberstein rechtskräftig / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Knapp vier Monate nach Prozessende ist das Urteil im Prozess um den sogenannten Tankstellenmord von Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte nahmen ihre Revisionen zurück, wie das Landgericht Bad Kreuznach am Dienstag mitteilte. Das Gericht hatte im September 2022 den 50-jährigen Mario N. wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Textgröße ändern:

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte den 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter Alex W. im September 2021 im Streit um die Corona-Maskenpflicht erschossen hatte. Demnach wollte N. in der Tankstelle Bier kaufen. An der Kasse gab es eine kurze Diskussion mit W., weil er keine Mund-Nasen-Bedeckung trug.

Letztlich verließ N. die Tankstelle ohne das Bier. Gut eineinhalb Stunden nach seinem ersten Besuch kehrte N. mit Maske zurück. An der Kasse zog er diese dann herunter. Damit wollte er nach Ansicht des Gerichts eine Reaktion des 20-Jährigen provozieren. Es kam zu einem kurzen Wortwechsel, in dem das Opfer N. dazu aufforderte, seine Maske wieder aufzusetzen.

Daraufhin richtete der 50-Jährige die Waffe auf den jungen Mann und tötete ihn mit einem Schuss ins Gesicht. Bei der Polizei und vor Gericht legte er ein Geständnis ab und äußerte Bedauern. Das Gericht sah die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als erfüllt an.

Zusätzlich zu dem Schuldspruch wegen Mordes verurteilte das Gericht N. wegen unerlaubten Schusswaffenbesitzes sowie unerlaubten Führens einer Schusswaffe. Die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld verneinte das Gericht.

Die Gewalttat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Es handelte sich um den schwersten bekannten Fall eines körperlichen Angriffs im Zuge der Radikalisierung von Kritikern der Coronamaßnahmen. Das Verbrechen löste eine breite Diskussion über eine Radikalisierung in der Szene der sogenannten Coronaleugner und Querdenker aus.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Explosion in Haus nahe Akropolis in Athen: Ein Todesopfer aus Trümmern geborgen

Nach einer Explosion in einem Wohnhaus in der Altstadt von Athen haben Rettungskräfte eine Leiche aus dem Trümmern geborgen. Bei dem Todesopfer handelt es sich vermutlich um eine Touristin aus den USA, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem weiteren Paar eine Ferienwohnung in dem Gebäude gemietet hatte, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA am Samstag berichtete.

Polizei in Delmenhorst meldet einen Toten und einen Schwerverletzten

Im niedersächsischen Delmenhorst sind in der Nacht von Freitag auf Samstag zwei Männer schwer verletzt worden. Einer von ihnen starb auf dem Weg ins Krankenhaus, berichtete die Polizei am Samstagmorgen. In beiden Fällen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Papst Leo XIV. ruft zu würdevollem Umgang mit Migranten auf

Papst Leo XIV. hat am zweiten Tag seiner Frankreichreise zu einem würdevollen Umgang mit Migranten aufgerufen. Die Menschen sollten "jene sehen, die unsichtbar sind, und jene befreien, die durch die wirtschaftliche Lage in die Sklaverei gedrängt werden", sagte der Papst bei seinem Besuch einer Einrichtung für Migranten in Paris. Die Geschichte der Kirche und der Menschheit sei nicht von denen geschrieben, die den Eindruck erwecken, zu siegen, indem sie sich durchsetzen, sondern von denen, die sich um Frieden bemühen, Vertrauen schaffen und das Leben fördern, sagte der Papst im Haus Bakhita, das die Diözese Paris eingerichtet hat.

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Textgröße ändern: