The National Times - China öffnet nach Jahren der Corona-Abschottung wieder seine Grenzen

China öffnet nach Jahren der Corona-Abschottung wieder seine Grenzen


China öffnet nach Jahren der Corona-Abschottung wieder seine Grenzen
China öffnet nach Jahren der Corona-Abschottung wieder seine Grenzen / Foto: © AFP

Als letzten Schritt aus seiner strikten Null-Covid-Politik hat China nun auch seine fast dreijährige selbstauferlegte Isolation beendet. Seit Sonntag sind Reisen von und nach China wieder deutlich einfacher, und viele der ersten Einreisenden äußerten sich erleichtert - trotz der rasant ansteigenden Infektionszahlen im Land. Im Ausland, darunter auch in Deutschland, wächst hingegen die Angst vor neuen Virus-Varianten, die durch Reisende aus China eingeschleppt werden könnten.

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Für Einreisende gilt seit Sonntag keine Quarantänepflicht mehr, sie müssen nur noch einen höchstens 48 Stunden alten negativen Coronatest vorlegen. Davon betroffen ist auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong, deren Grenzen zum Festland ebenfalls geschlossen waren. Allein von dort wollen über 400.000 Menschen in den kommenden Wochen auf das Festland reisen.

Am Flughafen in Peking waren die Barrieren verschwunden, die bisher Reisende von Auslands- und Inlandsflügen voneinander getrennt hatten. Auch die über Jahre hinweg allgegenwärtigen Mitarbeiter in Corona-Schutzanzügen waren nicht mehr zu sehen. Die ersten Ankömmlinge freuten sich einhellig über die wiedergewonnene Reisefreiheit - auch wenn ausländische Touristen und internationale Studenten weiterhin davon weitgehend ausgeschlossen sind. Ein Reisender bezeichnete die bisherigen Quarantänebestimmungen als "unerträglich".

Nach landesweiten Protesten wegen der strikten Corona-Maßnahmen hatte die chinesische Regierung Mitte Dezember abrupt ihre bisherige Null-Covid-Strategie aufgegeben, seitdem erlebt das Land eine massive Corona-Welle. Sie dürfte sich mit den Feiertagen zum chinesischen Neujahr weiter verstärken, wenn Millionen von Menschen zu ihren Verwandten reisen. Dies hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Sorge bereiten vor allem die mangelhaften Daten zu den Infektionen sowie die Gefahr neuer Virusvarianten.

Mehr als ein Dutzend Länder, darunter auch Deutschland, verlangen deshalb für die Einreise aus China einen negativen Corona-Test. Unter anderem in Deutschland sollen Reisende aus China zudem nach der Landung stichprobenartig auf mögliche neue Varianten des Coronavirus getestet werden. Auch das Abwasser von Flugzeugen aus der Volksrepublik soll auf neue Virusvarianten untersucht werden.

Seit Samstag rät die Bundesregierung darüber hinaus von nicht notwendigen Reisen in die Volksrepublik ab. "Die Infektionszahlen in China befinden sich derzeit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Pandemie 2020", das chinesische Gesundheitssystem sei überlastet, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts. Auch die ausreichende Versorgung in medizinischen Notfällen sei betroffen.

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gilt China mit Ausnahme von Hongkong ab Montag als "Virusvariantengebiet, in dem eine besorgniserregende Virusvariante aufzutreten droht". Das RKI weist darauf hin, dass die Formulierung "aufzutreten droht" eine neue Kategorie in der Einstufung von Virusvariantengebieten sei. Bisher wurden Regionen nur als Virusvariantengebiete ausgewiesen, in denen eine in Deutschland noch nicht verbreitete Coronavirus-Variante "mit besorgniserregenden Eigenschaften" bereits grassiert.

Der chinesische Botschafter in Berlin, Wu Ken, bezeichnete die Testpflicht für Reisende aus der Volksrepublik als "Diskriminierung". "Mit dem Finger auf andere zu zeigen, hat noch kein einziges Problem gelöst", sagte Wu dem "Handelsblatt". "So eine Entscheidung muss auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen". Auf den Einwand, dass China selbst von Einreisenden einen 48-Stunden-Test verlangt, erwiderte Wu, dass diese Maßnahme nicht auf bestimmte Länder abziele.

Das Ende der strikten Covid-Maßnahmen sorgt derzeit in China auch für massive Engpässe bei Covid-Schnelltests. In einer Fabrik für derartige Tests in der südwestchinesischen Stadt Chongqing lieferten sich Dutzende Arbeiter heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie auf Videoaufnahmen in den Online-Netzwerken zu sehen war.

In einem Beitrag hieß es, dass viele der Arbeiter keine Löhne erhalten hätten. In anderen Beiträgen wurde berichtet, das in Chongqing ansässige Pharmaunternehmen Zybio habe urplötzlich Arbeiter entlassen, die es erst vor wenigen Wochen eingestellt habe. Demnach fanden die Zusammenstöße in der Nacht zum Sonntag statt.

Die örtliche Polizei lehnte eine Stellungnahme ab, und Zybio reagierte zunächst nicht auf Bitten um eine Stellungnahme. Viele Beiträge scheinen inzwischen zensiert worden zu sein.

S.Mitchell--TNT

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