The National Times - Forderung nach Böllerverbot stößt in FDP und CSU weiter auf Ablehnung

Forderung nach Böllerverbot stößt in FDP und CSU weiter auf Ablehnung


Forderung nach Böllerverbot stößt in FDP und CSU weiter auf Ablehnung
Forderung nach Böllerverbot stößt in FDP und CSU weiter auf Ablehnung / Foto: © AFP/Archiv

Trotz der Attacken auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht stoßen Forderungen nach einem Böllerverbot bei FDP und CSU weiter auf Ablehnung. "Ein Böllerverbot ist die falsche Forderung nach diesen erschreckenden Bildern", sagte die FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg, Mitglied im Innenausschuss, am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Forderungen nach konkreten Maßnahmen wie etwa der Ausstattung von Einsatzkräften mit Dashcams oder Bodycams sollten sachlich diskutiert werden. Die Forderung nach einem Böllerverbot sei aber "eine gefährliche Nebelkerze, denn sie lenkt von dem eigentlichen Problem ab".

Textgröße ändern:

Angesichts der Szenen an Silvester müsse über die Dimension dieser Ereignisse diskutiert werden, sagte Teuteberg. Es gehe "um eine Inszenierung von Gewalt" und "um eine Verachtung gegenüber den Einsatzkräften und gegenüber dem demokratischen Staat". Es gehe nicht an, etwas Traditionelles wie Silvesterfeuerwerk zu verbieten, "nur weil einige sich nicht an Regeln halten", sagte Teutenberg.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lehnt ein Böllerverbot ab und fordert harte Strafen für Menschen, die an Silvester randalieren. "Ein spürbarer Denkzettel und gegebenenfalls auch Freiheitsstrafen sind angebracht", sagte Herrmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ein generelles Feuerwerksverbot halte ich nicht für zielführend." Das würde auch diejenigen strafen, die umsichtig und verantwortungsvoll damit umgingen.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie hält es für vorrangig, die Verbreitung von illegalem Feuerwerk einzudämmen, "anstatt jetzt das legale Feuerwerk zu dämonisieren und zu verbieten". "Was da in einigen Großstädten passiert ist, das ist kriminelles Handeln", sagte Geschäftsführer Klaus Gotzen dem RND.

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Marin Hikel (SPD), ist hingegen für ein Verkaufsverbot für Böller. Es habe in der Silvesternacht Szenen gegeben, die ihn an "bürgerkriegsähnliche Zustände" erinnert hätten, sagte Hikel der "Welt" (Dienstagsausgabe). "In einzelnen Fällen wurden Rettungskräfte bewusst in einen Hinterhalt gelockt, um sie dort anzugreifen. Das ist ein hochkriminelles Verhalten."

Eine Ausweisung von weiteren Böllerverbotszonen hält Hikel hingegen für weniger sinnvoll. Die Polizei werde große Probleme haben, noch größere Verbotszonen flächendeckend zu überwachen, sagte der SPD-Politiker.

In der Silvesternacht waren Einsatz- und Rettungskräfte in Berlin und anderen Städten massiv angegriffen worden. Zum Teil musste die Polizei ausrücken, um Feuerwehrleute beim Löschen von Bränden gegen Angriffe zu schützen. Allein in Berlin gab es 33 verletzte Einsatzkräfte und mehr als hundert Festnahmen.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: