The National Times - Aerosmith-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjähriger in 70ern verklagt

Aerosmith-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjähriger in 70ern verklagt


Aerosmith-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjähriger in 70ern verklagt
Aerosmith-Sänger wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjähriger in 70ern verklagt / Foto: © AFP/Archiv

Der Frontmann der Rockband Aerosmith, Steven Tyler, ist von einer Frau verklagt worden, die nach eigenen Angaben in den 70er Jahren als Minderjährige von dem Sänger sexuell missbraucht wurde. Wie aus der bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klageschrift hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag, wirft die 65-jährige US-Bürgerin Julia Misley dem heute 74-jährigen Musiker sexuelle Übergriffe vor.

Textgröße ändern:

Misley nutzte für die Klage ein Gesetz, das die Verjährung für sexuelle Gewalt gegen Minderjährige vorübergehend aussetzt. In der Klage wird Tyler nicht namentlich genannt, in einer Erklärung nennt Misley den Aerosmith-Frontmann aber ausdrücklich. Demnach hatte sie Tyler 1973 nach einem Konzert kennengelernt, als sie 16 Jahre alt war und noch Julia Holcomb hieß.

Der damals 25-Jährige habe sie mit auf sein Hotelzimmer genommen und "mehrere illegale sexuelle Handlungen" an ihr vorgenommen, heißt es in der Klageschrift. Ihre Beziehung habe danach fortgedauert, weil die Jugendliche "seiner Macht, seiner Berühmtheit und seinen finanziellen Ressourcen" nichts habe entgegensetzen können. Außerdem habe Tyler ihr vorgemacht, dass es sich um "eine Liebesgeschichte" handele, legten Misleys Anwälte dar.

1974 bekam Tyler laut Klageschrift die Vormundschaft über Julia, weil er ihrer Mutter versprochen habe, für ihr Wohlergehen und ihre Schulbildung zu sorgen. Stattdessen sei er mit der Jugendlichen herumgereist und habe sie mit Alkohol und Drogen versorgt. Ein Jahr später habe er sie außerdem zu einer Abtreibung gezwungen. Die Jugendliche verließ Tyler daraufhin. Sie habe sich der Religion zugewandt, geheiratet und ihre "Schande geheimgehalten", heißt es in der Klageschrift.

Schließlich schrieb Tyler jedoch in seinen Memoiren über die Beziehung. Die Boulevardpresse habe daraufhin ihre Identität herausbekommen, so dass sie mit ihren Angehörigen über ihre Vergangenheit habe sprechen müssen, erklärten ihre Anwälte.

Misley, die mittlerweile eine entschiedene Abtreibungsgegnerin ist, will von Tyler in einem Prozess eine Entschädigung für die sexuellen Übergriffe zu Beginn ihrer Beziehung sowie für die psychologischen Folgen der Liaison erstreiten. Tylers Sprecher wollten sich auf Anfrage von AFP zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

S.Ross--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: