The National Times - Spanien, Israel und Südkorea verschärfen Bestimmungen für Reisende aus China

Spanien, Israel und Südkorea verschärfen Bestimmungen für Reisende aus China


Spanien, Israel und Südkorea verschärfen Bestimmungen für Reisende aus China
Spanien, Israel und Südkorea verschärfen Bestimmungen für Reisende aus China / Foto: © AFP

Angesichts der heftigen Corona-Welle in China verschärfen immer mehr Länder ihre Bestimmungen für Reisende aus der Volksrepublik. Das EU-Mitglied Spanien kündigte am Freitag Kontrollen an Flughäfen an, auch Israel und Südkorea verlangen von Flugreisenden aus China künftig einen negativen Corona-Test. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte an, zusammen mit anderen europäischen Ländern ein System zum "Varianten-Monitoring" an Flughäfen vorzubereiten. Peking verteidigte derweil seine Informationspolitik.

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China war Anfang Dezember in einer radikalen Kehrtwende von seiner strengen Null-Covid-Politik abgerückt. Seither wurden die Corona-Restriktionen deutlich gelockert. Das Land erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Infektionen, die Krankenhäuser sind vielerorts überfüllt. Länder wie Italien, die USA, Japan, Indien und Malaysia verschärften in dieser Woche daher bereits ihre Einreisebestimmungen für Reisende aus China.

Am Freitag kündigte auch Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Darias Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus der Volksrepublik an. Sie müssen künftig einen negativen Corona-Test oder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz vorlegen.

Israels Gesundheitsminister Arje Deri wies die Fluggesellschaften an, sich auf Flügen von China nach Israel von Ausländern künftig einen negativen Corona-Test vorlegen zu lassen. Auch Südkorea führte eine Corona-Testpflicht für Reisende aus der Volksrepublik ein.

Lauterbach sagte, mit einem "Varianten-Monitoring" an Flughäfen könne beim Auftreten besorgniserregender neuer Varianten des Coronavirus sofort gehandelt werden. Für Routinetests bei der Einreise sehe er derzeit aber keinen Anlass, da alle bislang zu beobachtenden Varianten bereits bekannt seien.

Auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hält solche Maßnahmen für die EU insgesamt für unnötig. Sie hatte am Donnerstag darauf verwiesen, dass es in den EU-Staaten "ein relativ hohes Niveau an Immunisierung und Impfung" gebe. Das ECDC argumentierte zudem ähnlich wie Lauterbach, dass "die in China zirkulierenden Varianten bereits in der EU" verbreitet seien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte dagegen für Verständnis für neue Reisebeschränkungen. "In Ermangelung vollständiger Informationen aus China ist es verständlich, dass Länder Maßnahmen ergreifen, von denen sie glauben, dass sie ihre Bevölkerung schützen werden", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag. Am Mittwoch hatte bereits ein hochrangiger Vertreter der US-Gesundheitsbehörden bemängelt, dass China zu wenige Corona-Daten übermittle.

Peking wies die Kritik am Freitag zurück. Seit Pandemie-Beginn habe China "relevante Informationen und Daten auf offene und transparente Weise mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der WHO, geteilt", sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin. Gesundheitsexperten aus verschiedenen Ländern seien sich zudem einig, dass neue Einreisebeschränkungen für Reisende aus China nicht notwendig seien.

Genaue offizielle Corona-Zahlen gibt es in China nicht mehr. Nach dem Ende der Testpflicht ist es nach Behördenangaben inzwischen unmöglich, die Zahl der Corona-Fälle abzuschätzen. Am Sonntag hatte China daher die Veröffentlichung täglicher Corona-Daten eingestellt. Am Freitag meldeten die Behörden rund 5500 Neuinfektionen und einen Todesfall. Es wird aber vermutet, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt.

Der Datendienstleister Airfinity geht derzeit von 9000 Corona-Todesfällen und 1,8 Millionen Infektionen pro Tag in China aus. Bis Ende April 2023 könnte die Zahl der Corona-Toten im Land demnach auf 1,7 Millionen steigen.

E.Cox--TNT

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