The National Times - Woelki: Lockerung des Zölibats wäre grundsätzlich möglich und denkbar

Woelki: Lockerung des Zölibats wäre grundsätzlich möglich und denkbar


Woelki: Lockerung des Zölibats wäre grundsätzlich möglich und denkbar
Woelki: Lockerung des Zölibats wäre grundsätzlich möglich und denkbar / Foto: © AFP/Archiv

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hält kirchenrechtlich eine Abkehr vom Zölibat für "möglich und denkbar". Allerdings würde er die Abkehr von der Ehelosigkeit der katholischen Priester nicht befürworten, sagte Woelki der "Rheinischen Post". Es würde damit ein wichtiges Zeichen verlorengehen, "ich zweifle, ob es die richtige Entscheidung wäre". Vorstellbar wäre ein solcher Schritt jedoch, denn "der Zölibat ist kein göttliches, sondern ein kirchliches Gesetz".

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Mit Blick auf die Kritik an seiner Person, wies Woelki auf das von ihm bei Papst Franziskus eingereichte Rücktrittsgesuch hin. Allerdings habe er dazu bisher nichts aus Rom gehört. "Ich habe keinerlei Hinweise in der einen wie in der anderen Richtung. Ich weiß es nicht", sagte der Kölner Erzbischof. Er selbst könne eine solche Entscheidung nicht treffen, denn es könne von ihm "nur der Papst das Amt wieder zurücknehmen".

Eigene Fehler im Missbrauchsskandal räumte Woelki aber erneut ein. "Ich hätte vor allem mit Betroffenen anders kommunizieren müssen", sagte er der Zeitung. Jedoch habe es ihm "am Willen zur Aufklärung" nie gemangelt. "Wenn jemand etwas straf- oder kirchenrechtlich Belastbares weiß, soll er sich bitte melden, und dann werden wir das untersuchen", sicherte er zu.

In dem Skandal werden Woelki Versäumnisse bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen vorgeworfen. Derzeit ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen den Kardinal wegen einer möglichen Falschaussage. Woelki weist den Vorwurf zurück. Unterdessen steuert das Erzbistum Köln laut Medienberichten auf einen neuen Rekord bei der Zahl der Kirchenaustritte zu.

An Woelki gibt es auch Kritik, weil er Reformen ablehnt, wie sie innerhalb der Kirche im sogenannten Synodalen Weg angestrebt werden. Dabei geht es neben der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals um mehr Rechte und Mitwirkungsmöglichkeiten für Laien, insbesondere auch für Frauen.

Woelki sagte der "Rheinischen Post", die Vorwürfe gegen ihn hätten ihn "zu einem gerüttelten Maß persönlich getroffen". Er habe sich "noch nie so ohnmächtig gefühlt wie in diesen vergangenen zwei, drei Jahren".

L.Johnson--TNT

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