The National Times - Drei Tote und mehrere Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum

Drei Tote und mehrere Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum


Drei Tote und mehrere Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum
Drei Tote und mehrere Verletzte durch Schüsse an Pariser Kurdenzentrum / Foto: © AFP

Ein zuvor wegen rassistischer Gewalt angeklagter Franzose hat in der Nähe eines Kurdenzentrums in Paris drei Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Einer von ihnen schwebe in Lebensgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Der mutmaßliche Täter ist nach Informationen der Staatsanwaltschaft ein 69 Jahre alter Franzose. Er soll vor etwa einem Jahr in Paris zwei Migranten mit einem Messer verletzt und mehrere Zelte zerstört haben.

Textgröße ändern:

Der Mann wurde am Tatort in Polizeigewahrsam genommen und leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. "Die möglichen rassistischen Motive des Täters werden Gegenstand der Ermittlungen sein", sagte Staatsanwältin Laure Beccuau.

Premierministerin Elisabeth Borne sprach von einer "schrecklichen Tat" und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Innenminister Gérald Darmanin wollte sich am Nachmittag zum Tatort begeben.

Die Berichte über Schüsse auf offener Straße lösten bei vielen Pariser beklemmende Erinnerungen an die dschihadistischen Anschläge im Jahr 2015 aus. In diesem Fall handelt es sich jedoch um einen Täter, der in der Vergangenheit wegen fremdenfeindlicher Gewalt angeklagt gewesen war. Er sei kürzlich erst aus der Untersuchungshaft entlassen worden, sagte die Staatsanwältin. Auf der Gefährderliste des Inlandsgeheimdienstes stehe er nicht.

Ein Vertreter der kurdischen Gemeinde in Frankreich sprach von einem möglichen "Terroranschlag", hinter dem die Türkei zu vermuten sei. Am 9. Januar jährt sich zum zehnten Mal ein Dreifachmord an kurdischen Aktivistinnen. Kurdische Organisationen hatten kürzlich erst eine Aufklärung des Falls gefordert. Zu diesem Anlass soll es eine große Demonstration in Paris geben.

Nach Informationen des in Berlin ansässigen Kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit fand zum Zeitpunkt der Tat in dem Pariser Kurdenzentrum ein Vorbereitungstreffen für die Demonstration statt. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang gab, stand zunächst nicht fest.

Die Schüsse wurden in einer kleinen Straße im 10. Arrondissement abgefeuert. "Wir haben einen alten weißen Mann gesehen, der in das Kurdenzentrum ging und dort feuerte", sagte der Chef eines nahe gelegenen Restaurants. Der Mann habe sich danach in einen benachbarten Frisörsalon geflüchtet. "Wir haben uns mit den Angestellten im Restaurant in Sicherheit gebracht", sagte er.

"Ich habe zwei Polizisten in einen Frisörsalon gehen sehen, wo zwei Menschen am Boden lagen, sie waren an den Beinen verletzt", sagte ein Anwohner. "Es gab sieben oder acht Schüsse, es herrscht Panik", sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und schwerer Gewalt. Zuständig ist zunächst die Kriminalitätsbrigade der Justizpolizei, nicht die Terrorstaatsanwaltschaft, die sich zunächst auch zum Tatort begeben hatte.

Die Polizei rief dazu auf, die Gegend um die Rue d'Enghien zu meiden. Feuerwehr und Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo kündigte per Twitter an, eine psychologische Beratungsstelle für Betroffene im Rathaus des 10. Arrondissements einzurichten. Sie dankte den Einsatzkräften und sprach den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus.

Das Kurdenzentrum Ahmet Kaya ist nach einem kurdischen Sänger benannt. Der Verein soll der Integration der kurdischen Bevölkerung dienen.

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok wendet Prozess in USA durch 100-Millionen-Vergleich ab

Die Videoplattform Tiktok hat mit einem Vergleich einen für Montag geplanten Prozess im US-Bundesstaat Alabama wegen mutmaßlich mangelhaften Schutzes Minderjähriger vor Social-Media-Sucht abgewendet. Wie Generalstaatsanwalt Steve Marshall am Freitag (Ortszeit) mitteilte, soll das Unternehmen im Rahmen der Einigung mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen.

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Textgröße ändern: