The National Times - Singapur entkriminalisiert Sex zwischen Männern

Singapur entkriminalisiert Sex zwischen Männern


Singapur entkriminalisiert Sex zwischen Männern
Singapur entkriminalisiert Sex zwischen Männern / Foto: © AFP/Archiv

In Singapur ist Geschlechtsverkehr zwischen Männern nicht mehr strafbar. Das entschied das Parlament des asiatischen Stadtstaates am Dienstag und hob damit ein aus der britischen Kolonialzeit stammendes Gesetz auf. Die Aufhebung des Gesetzes sei richtig, weil "einvernehmlicher Sex zwischen Männern nicht länger als Verbrechen angesehen werden kann", sagte Justizminister K. Shanmugam zum Abschluss der Parlamentsdebatte.

Textgröße ändern:

Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft reagierten erleichtert auf die Entscheidung. "Die Luft, die ich atme, fühlt sich definitiv viel leichter an", sagte der schwule Singapurer Benjamin Xue. Der Arzt Roy Tan sagte, die Aufhebung des Gesetzes sei die "Geburt eines neuen Kapitels" in der Geschichte der LGBTQ-Gemeinschaft in Singapur. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Der aus der Kolonialzeit stammende Paragraf 377A hatte eine Höchststrafe von zwei Jahren Haft für homosexuelle Praktiken vorgesehen. Seit Jahren wurde er nicht mehr angewandt, doch Aktivisten hatten seit langem kritisiert, er habe der zunehmend modernen und dynamischen Lebensweise in dem südostasiatischen Stadtstaat widersprochen.

Das Parlament in Singapur verabschiedete am Dienstag auch eine Verfassungsänderung, die klarstellt, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden könne. Die traditionelle Definition von Familie sei das Fundament der Gesellschaft, sagte Sozial- und Familienminister Masagos Zulkifli. Es gebe keine Pläne, diese Definition zu ändern, um gleichgeschlechtliche Ehen einzubeziehen. Wenn sich die gesellschaftliche Einstellung dazu ändere, sei es jedoch möglich, dass das Parlament die Definition der Ehe ändern könnte.

Homosexualität ist in 69 Ländern verboten, in elf von ihnen wird sie mit dem Tod bestraft, wie es in einem Bericht Dachverbandes Ilga aus dem Jahr 2020 hieß.

S.Lee--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Haus von Bruder angezündet: Lange Haftstrafe für Mann aus Niedersachsen bestätigt

Weil er das Haus seines Bruders anzündete, muss ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil des Landgerichts Verden, wie er am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Das Landgericht hatte den zu dem Zeitpunkt 52 Jahre alten Angeklagten im Februar wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen. (Az. 6 StR 330/26)

Textgröße ändern: