The National Times - "Skandalös": Juso-Chef Türmer greift Ministerin Bär in Bafög-Debatte scharf an

"Skandalös": Juso-Chef Türmer greift Ministerin Bär in Bafög-Debatte scharf an


"Skandalös": Juso-Chef Türmer greift Ministerin Bär in Bafög-Debatte scharf an
"Skandalös": Juso-Chef Türmer greift Ministerin Bär in Bafög-Debatte scharf an / Foto: © AFP/Archiv

"Skandalös" und "Fake News": Mit scharfen Worten hat Juso-Chef Philipp Türmer Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) für deren Äußerungen zur geplanten Bafög-Reform kritisiert. Er kenne "keine einzige Person" in der SPD, die nicht mit voller Überzeugung hinter der Reform stehe, sagte Türmer am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Die Ministerin "redet hier Unsinn".

Textgröße ändern:

Bär hatte am Wochenende in der schwarz-roten Koalition mit Äußerungen zur geplanten Bafög-Erhöhung für Irritationen gesorgt. Die Ministerin machte zunächst deutlich, dass sie nicht mehr mit einer baldigen Reform der Ausbildungsförderung rechnet. Die SPD im Bundestag zeigte sich daraufhin empört und pochte auf die in der Koalition bereits vereinbarte Umsetzung zum Herbst. Bärs Ministerium bekräftigte schließlich diesen Zeitplan. Das Ziel einer Bafög-Reform steht auch im Koalitionsvertrag.

Türmer kritisierte auch scharf, dass Bär von den Studierenden gefordert habe, mehr zu arbeiten. Damit bediene sie "saudumme Klischees", sagte der Chef der SPD-Jugendorganisation im Deutschlandfunk. 65 Prozent der Studierenden arbeiteten jetzt schon, trotzdem lebten viele "in Armut, weil unter anderem das Bafög nicht reicht". Zudem müssten sie lernen, um das Studium auch beenden zu können.

Türmer forderte von der Ministerin, "auf der Seite der Studierenden" zu stehen. "Sie müsste ein Interesse daran haben, dass es in Deutschland nicht vom Geldbeutel abhängt, ob man sich das Studieren leisten kann." Stattdessen nehme die Durchlässigkeit in der Gesellschaft immer mehr ab. "Es ist immer schwieriger für junge Menschen aus Arbeiterfamilien, irgendwie den akademischen Bildungsweg erfolgreich zu bestreiten."

Es fehle in Teilen der Koalition die Bereitschaft, "endlich mal auch die starken Schultern zu beteiligen", sagte Türmer und beklagte die ungleiche Verteilung von Vermögen im Land. Würden Kapitalerträge und Vermögen gerecht besteuert, könne auch die Bafög-Reform "locker" finanziert werden.

Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU, CSU und SPD auf eine Bafög-Novelle geeinigt, die zum Wintersemester 2026/2027 eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro pro Monat vorsieht. Der Grundbedarf für Studierende soll in zwei Schritten zum Wintersemester 2027/28 und 2028/29 an das Grundsicherungsniveau angepasst werden. Das Forschungsministerium hatte Ende April mitgeteilt, dass sich die Koalition im Zuge der Haushaltsverhandlungen auf die Finanzierung geeinigt habe.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Schülerprotest in Frankreich: Gewerkschaft meldet landesweit 260.000 Teilnehmer

An einem weiteren großen Protesttag der französischen Schüler haben sich nach Gewerkschaftsangaben bereits landesweit 260.000 Menschen an Demonstrationen beteiligt. Das Innenministerium meldete zunächst 86.000 Teilnehmer. Die Zahlen beider Institutionen liegen üblicherweise sehr weit auseinander. In Paris rechneten die Sicherheitskräfte mit bis zu 40.000 Teilnehmern an einer Demonstration, zu der auch mehrere Gewerkschaften und Oppositionsparteien aufgerufen hatten.

Mehr als zwei Drittel der Studienanfänger bleiben im eigenen Bundesland

Mehr als zwei Drittel der Studienanfänger bleiben im eigenen Bundesland. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, nahmen im Wintersemester 2025/26 insgesamt 69 Prozent ihr Studium in dem Bundesland auf, in dem sie auch die Hochschulreife erworben haben. Je vielfältiger das Studienangebot, desto mehr junge Menschen bleiben demnach zum Studium nahe der Heimat.

Mathe ist überall – man muss nur hinsehen

Studienkreis zeigt mit kostenlosen Mathevideos wie Mathematik im Alltag Spaß machen kann

Schülerproteste in Frankreich: Jugendlichem wird von Polizei-Granate die Hand abgerissen

Bei den Schülerprotesten in Frankreich ist ein Jugendlicher nach Behördenangaben schwer verletzt worden. Dem 15-jährigen Schüler sei am Montag bei einer Demonstration in Lens von einer Polizei-Granate die Hand abgerissen worden, hieß es aus Kreisen der Polizeigewerkschaft. Er habe die mit Gummigeschossen gefüllte Granate offenbar aufgehoben und zurückwerfen wollen, als diese in seiner Hand explodiert sei. Solche Geschosse werden bei Demonstrationen eingesetzt, um Menschenansammlungen aufzulösen.

Textgröße ändern: