The National Times - Unesco prangert mangelnde Bildungsgerechtigkeit in Deutschland an

Unesco prangert mangelnde Bildungsgerechtigkeit in Deutschland an


Unesco prangert mangelnde Bildungsgerechtigkeit in Deutschland an
Unesco prangert mangelnde Bildungsgerechtigkeit in Deutschland an / Foto: © AFP/Archiv

Deutschland liegt bei der Bildungsgerechtigkeit hinter anderen europäischen Staaten zurück. "Fast vier von fünf Kindern aus wohlhabenden Haushalten, aber weniger als eines von drei Kindern aus benachteiligten Haushalten erhalten eine Gymnasial-Empfehlung", heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Weltbildungsbericht der Unesco. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund seien in der beruflichen Ausbildung überrepräsentiert. Der Bericht erkennt an, dass "jüngere Reformen in Deutschland das Ziel verfolgten, benachteiligte Gruppen besser zu unterstützen".

Textgröße ändern:

Im Vergleich zu anderen Ländern verteile Deutschland Schülerinnen und Schüler "deutlich früher" auf verschiedene Schulformen, nämlich im Alter von etwa zehn Jahren. "Die Entscheidungen werden stark vom sozio-ökonomischen Status der Eltern beeinflusst", betonen die Autoren des Berichts. In den vergangenen Jahren habe die Abschlussquote in der Sekundarstufe unter dem europäischen Durchschnitt gelegen.

Weltweit stieg nach Angaben der Unesco die Zahl der Kinder und Jugendlichen ohne Zugang zu Bildung im siebten Jahr in Folge weiter an. Sie liege inzwischen bei 273 Millionen. Weltweit sei jedes sechste Kind von Bildung ausgeschlossen. Nur zwei von drei Jugendlichen erreichten einen Sekundarschul-Abschluss. Hauptgründe dafür seien das Bevölkerungswachstum, Krisen und sinkende Bildungsetats.

"Der neue Unesco-Weltbildungsbericht ist ein Weckruf", erklärte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. Es sei entscheidend, Benachteiligungen früh abzubauen und öffentliche Mittel so einzusetzen, "dass sie dort ankommen, wo der Unterstützungsbedarf am größten ist". Sie verwies auf das Startchancen-Programm, das Schulen mit besonderen Herausforderungen unterstütze.

Besonders dramatisch sei die Situation in Konfliktregionen, heißt es in dem Unesco-Bericht weiter. Jedes sechste Kind weltweit sei davon betroffen. Millionen von Kindern könnten wegen anhaltender Konflikte keine Schule besuchen, ohne dass dies in offiziellen Statistiken erfasst werde.

Der Zugang zu Bildung wurde 1948 als Menschenrecht festgeschrieben. Die Unesco zählt die Förderung von Bildung, wissenschaftlicher Zusammenarbeit und kulturellem Verständnis zu ihren Aufgaben. Sie führt zudem Listen des Weltkultur- und Naturerbes.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt. Nach dem Treffen am Freitag rief der Schülervertreter Nathanaël Combary die Demonstranten auf, "weiter zu mobilisieren". Demnach bot Macron den Schülervertretern eine "Reform der Schuldemokratie" sowie eine "vollständige Überarbeitung" der Plattform Parcoursup an, die Schüler für ihre Bewerbung für Studiengänge nutzen müssen.

Zehntausende Studierende fordern bei Demonstration in Wien mehr Geld für Hochschulen

In der österreichischen Hauptstadt Wien sind am Donnerstag zehntausende Studierende gegen das ihrer Meinung nach unzureichende Finanzierung der Hochschulen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen wie "Unsere Bildung, unsere Zukunft", "Die Demokratie braucht Bildung" und "Bildung darf kein Privileg werden". Nach Schätzungen der Organisatoren nahmen mindestens 40.000 Menschen an den Protesten teil. Die Polizei war zuvor von 20.000 Teilnehmern ausgegangen.

Tausende Schüler und Studenten nehmen an Bildungsprotesten in Griechenland teil

Inspiriert von den Protesten in Frankreich sind in Griechenland mehr als 10.000 Schüler, Studenten, Lehrer und Beamte gegen hohe Lebenshaltungskosten und das marode Bildungssystem auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Athen versammelten sich laut Polizei am Mittwoch rund 5000 Menschen. In der Hafenstadt Thessaloniki zählten die Behörden 3000 Demonstranten. Ähnlich viele waren es laut dem Sender ERT in der westgriechischen Stadt Patras.

Lehrkräftemangel trifft Förderschulen in Baden-Württemberg besonders stark

Eine VBE-Umfrage zeigt große Personallücken an Schulen im Südwesten. Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren melden besonders häufig Unterversorgung und Unterrichtsausfall.

Textgröße ändern: