The National Times - Meningitis-Ausbruch in England: Hunderte sollen vorbeugend Antibiotika einnehmen

Meningitis-Ausbruch in England: Hunderte sollen vorbeugend Antibiotika einnehmen


Meningitis-Ausbruch in England: Hunderte sollen vorbeugend Antibiotika einnehmen
Meningitis-Ausbruch in England: Hunderte sollen vorbeugend Antibiotika einnehmen / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem schweren Meningitis-Ausbruch mit zwei Todesopfern in der britischen Grafschaft Kent sind hunderte Menschen vorbeugend mit Antibiotika versorgt worden. Insgesamt wurden bis Dienstag nach Angaben der Gesundheitsbehörden 15 Infektionsfälle bestätigt, eine 18-jährige Schülerin und ein 21 Jahre alter Student starben. Viele Infizierte steckten sich in einer Disco in Canterbury an, wie Gesundheitsminister Wes Streeting sagte. Er sprach von einem "beispiellosen" Ausbruch.

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Die meisten Infektionsfälle hätten eine Verbindung zu der bei Studierenden beliebten Großraumdisco "Club Chemistry" in Canterbury, sagte Streeting. Als Vorsichtsmaßnahme seien 700 Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben worden, die mit dem Meningitis-Erreger in Kontakt gekommen sein könnten.

"Es ist wichtig, dass sich alle melden, die diesen Club zwischen dem 5. und 7. März besucht haben, um eine vorbeugende Antibiotika-Behandlung zu erhalten", sagte die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsbehörde in der Region, Trish Mannes. Nach Angaben der Clubbetreiber besuchten rund 2000 Menschen die Disco in diesem Zeitraum.

Meningokokken sind Bakterien, die schwere und in seltenen Fällen lebensbedrohliche Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen.

Bei einigen Infektionen in Canterbury wurde den Angaben zufolge die Erregergruppe B nachgewiesen, bei der die Sterblichkeitsrate nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS bei etwa zehn Prozent liegt.

Auf dem Campus der Universität in Canterbury bildeten sich am Dienstag lange Schlangen von Studierenden, die auf ihre Antibiotika warteten. Gesundheitsminister Streeting kündigte zudem ein Impfprogramm für Studierende an, die in Wohnheimen untergebracht sind.

Die Gesundheitsbehörde UKHSA steht wegen ihrer Informationspolitik zu dem Meningitis-Ausbruch in der Kritik. Die Behörde gab die Todesfälle am Sonntag bekannt, zwei Tage nachdem sie über den ersten Infektionsfall informiert worden war.

Die stellvertretende Behördenchefin Gyatri Amirthalingam sagte am Dienstag der BBC, die Infektionen hätten sich "extrem schnell" ausgebreitet. Die UKHSA habe schnell gehandelt und zunächst enge Kontaktpersonen der Infizierten informiert. "Verzögerungen" beim Infektionsschutz habe es aus ihrer Sicht nicht gegeben. Streeting sprach im Parlament von einer "sich schnell entwickelnden Situation".

L.Graham--TNT

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