The National Times - Studie: Herkunft entscheidet früh über Bildungschancen

Studie: Herkunft entscheidet früh über Bildungschancen


Studie: Herkunft entscheidet früh über Bildungschancen
Studie: Herkunft entscheidet früh über Bildungschancen / Foto: © AFP/Archiv

Eltern mit hohem Bildungs- und Einkommensniveau investieren deutlich mehr Zeit und Geld in die Förderung ihrer Kinder als sozial schlechter gestellte Eltern. Das geht aus einer am Mittwoch in Wiesbaden veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) hervor. Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Haushalten verbringen demnach durchschnittlich knapp 20 Minuten pro Tag weniger Zeit mit ihren Eltern mit Lesen, Vorlesen, Hausaufgaben oder Gesprächen als Kinder aus Akademikerhaushalten.

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Im Grundschulalter entspreche dieser Unterschied rund zwölf Prozent der Unterrichtszeit, hieß es weiter. Die familiäre Herkunft bleibe damit ein zentraler Faktor für die Bildungschancen von Kindern in Deutschland.

Auch bei den Ausgaben zeigen sich deutliche Unterschiede. Haushalte in der höchsten Einkommensgruppe gäben monatlich fast dreimal so viel Geld für Nachhilfe, Bücher und andere außerschulische Aktivitäten pro Kind aus wie Haushalte in der niedrigsten Einkommensgruppe.

Die Unterschiede seien bereits unmittelbar nach der Geburt messbar, hieß es weiter. Besonders prägend seien dabei die ersten Lebensjahre: Während Eltern im ersten Lebensjahr ihrer Kinder durchschnittlich rund elf Stunden täglich mit ihnen verbringen, sinke diese Zeit bis zum Alter von 17 Jahren auf etwa zwei Stunden pro Tag.

"Die Befunde zeigen dringenden Handlungsbedarf, um den Bildungsort Familie für die Ausschöpfung aller Bildungspotenziale zu stärken", erklärte BIB-Direktorin Katharina Spieß. Maßnahmen zur Stärkung der Familie als Bildungsort sollten demnach insbesondere in den frühen Lebensjahren ansetzen. Grundlage der Untersuchung sind Daten der Zeitverwendungserhebung 2022 sowie der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018.

P.Johnston--TNT

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