The National Times - Umfrage: Schulleitungen haben zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben

Umfrage: Schulleitungen haben zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben


Umfrage: Schulleitungen haben zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben
Umfrage: Schulleitungen haben zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben / Foto: © AFP/Archiv

Schulleitungen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge zu wenig Zeit für Leitungsaufgaben. Nur 18 Prozent halten die ihnen zur Verfügung stehende Leitungszeit für vollständig oder überwiegend ausreichend, wie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter Schulleiterinnen und -leitern am Freitag in Düsseldorf mitteilte. 82 Prozent sagen, dass die Zeit nicht reicht, um Schulen gut zu führen.

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Zwar üben 85 Prozent der Befragten ihren Beruf sehr oder eher gern aus, doch nur rund die Hälfte würde ihn weiterempfehlen. Zu den am häufigsten genannten Belastungen gehören ein stetig wachsendes Aufgabenspektrum, fehlende Zeit und steigende Verwaltungsarbeiten. Knapp ein Drittel kann die Aufgaben nur noch gelegentlich oder nie zur eigenen Zufriedenheit erfüllen.

36 Prozent derjenigen, die ihren Beruf nicht weiterempfehlen würden, geben an, vor allem wegen der Schülerinnen und Schüler weiter im Amt zu bleiben. Für 30 Prozent ist das Kollegium entscheidend. Jede und jeder Vierte bleibt wegen des Willens, Schule zu gestalten.

Ein großes Problem für die Schulleitungen ist laut Umfrage zudem der Lehrkräftemangel. Pro Schule fehlen im Schnitt 1,4 Lehrkräfte. Gleichzeitig können 47 Prozent der Schulen ihre freien Stellen besetzen. Vom Fachkräftemangel betroffene Schulen hätten also umso mehr offene Stellen zu beklagen. Mit einem Schnitt von 4,1 pro Schule haben vor allem Förderschulen mit unbesetzten Stellen zu kämpfen.

Ein Viertel aller Schulleitungen gibt an, dass ihre Schule künftig sehr stark vom Lehrkräftemangel betroffen sein werde. Im Vergleich zu einer Vorgängerumfrage von 2022 ging der Wert deutlich zurück. Damals hatten noch 43 Prozent gesagt, dass sie künftig von Fachkräftemangel betroffen sein werden. Dennoch hält der VBE die Einschätzung für alarmierend.

59 Prozent wünschen sich Planbarkeit in Form fester Zeitfenster, um eine regelmäßige Struktur für Fortbildungen festzulegen. Fast genauso viele wünschen sich eine bessere inhaltliche Orientierung der Angebote an den Herausforderungen der Schulleitung. Die Qualität des derzeitigen Fortbildungsangebots bemängelt gut ein Drittel der Befragten.

"So kann Schule den Anforderungen, die an sie gestellt wird, nicht gerecht werden", erklärte der VBE-Bundesvorsitzende Tomi Neckov. Er forderte eine sofortige Entlastung, Förderung und Unterstützung für Schulleitungen. Schulleitungen litten seit Jahren unter den gleichen Missständen. Eine Verbesserung lasse weiter auf sich warten.

Die Bildungsministerien könnten dankbar sein, dass Schulleitungen trotz der Herausforderungen blieben. Um den Lehrerberuf attraktiver zu machen, brauche es bessere Arbeitsbedingungen, eine zeitgemäße Ausbildung und eine angemessene Bezahlung, forderte Neckov. Für die Erhebung wurden 1312 Schulleitungen befragt.

S.Collins--TNT

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